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Die neue Sehnsucht nach dem Analogen – Retrotrends im digitalen Zeitalter als Kommunikationsstrategien

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Marke und digitale Medien

Zusammenfassung

Dominik Pietzcker beschäftigt sich mit der neuen Relevanz tradierter Kommunikations- und Geschäftsstrategien in Zeiten digitaler Medien. Diese manifestiert sich seiner Wahrnehmung nach in der Orientierung von Konsumenten an Marken in nichtdigitalen Nischen. Der Autor erklärt diesen Trend zu analogen Nischen mit der Unfähigkeit digitaler Kanäle, echte Nähe und Bindung aufzubauen. Die Allgegenwärtigkeit digitaler Kommunikation weckt seinen Beobachtungen zufolge ein neues Bedürfnis nach Intimität und Verborgenheit.

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Notes

  1. 1.

    Zum Begriff des Analogen als des „Verhältnismäßigen“ vgl. bereits Lugowski (1994), der vom „Mythos des Analogon“ spricht.

  2. 2.

    Interview des Verfassers mit N. W. Liublina am 23. Oktober 2014; vgl. auch www.der-zauberberg.eu.

  3. 3.

    Zur Inszenierung des Point of Sale vgl. Paco Underhill (2009).

  4. 4.

    Interview des Verfassers mit N. W. Liublina am 23. Oktober 2014; vgl. auch www.der-zauberberg.eu.

  5. 5.

    Mit einem Umsatz von 4,6 Mrd. € jährlich ist der Sortimentsbuchhandel noch immer mit Abstand der größte Vertriebszweig für Bücher, allerdings mit rückläufiger Tendenz. Der Versandhandel via Internet hingegen wuchs in 2012 um 10,4 %.

  6. 6.

    Vgl. hierzu die kritischen Darstellungen bei Zygmunt Bauman (2009) und Colin Crouch (2011). Eine in der Tendenz affirmative Darstellung der sich neu formierenden digitalen Informationsgesellschaft und ihrem Medienverhalten bei Dirk von Gehlen (2011).

  7. 7.

    „Alles, was wir berühren, also filmen oder fotografieren, verwandelt sich in Daten und landet im Internet, und die Partikel dieser Datenwolke werden unsere Welt viel vollständiger und intensiver durchdringen, als Bücher es je getan haben“ (Bunz 2012, S. 36).

  8. 8.

    Zum Phänomen der Unvergänglichkeit der Information, gerade auch der negativen und skandalbehafteten, vgl. Bernhard Pörksen und Hanne Detel (2012).

  9. 9.

    Zum „Pictorial Turn“ und seinen Implikationen für Gesellschaft, Kultur und Individuum vgl. W. J. T. Mitchell (2008).

  10. 10.

    Das Unternehmen wurde von Paul Getty, dem Erben eines großen Vermögens aus der Erdölindustrie, 1995 mitgegründet und 2008 von der Investmentfirma Hellman & Friedman übernommen. Seit 2012 ist Getty Images im Besitz der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Carlyle Group.

  11. 11.

    Gespräch des Verfassers mit Alexander von Reiswitz am 5. November 2013 in Berlin; vgl. www.vonreiswitz.com.

  12. 12.

    Es gehört zu den bezeichnenden Phänomenen des digitalen Zeitalters, dass es keinerlei Scheu mehr vor den großen Zahlen gibt. Eine Million, hundert Millionen, eine Milliarde – wie schnell verwischen die Grenzen und Unterschiede. Facebook, 2004 gegründet, hat mittlerweile mehr Mitglieder als die Einwohnerschaft Nordamerikas und Europas zusammen.

  13. 13.

    Vgl. die in diesem Zusammenhang sehr instruktive Aussage des britischen Geschäftsmannes Simon Kidston, der mit raren Oldtimern handelt: „Der Wert von Klassikern wird durch die reichen Sammler definiert, die gern im Rudel jagen, wie die Wölfe.“ Die Nachfrage rechtfertigt den Preis für Objekte, deren Zahl sich eben nicht erhöhen lässt. Interview mit Simon Kidston in: Süddeutsche Zeitung Magazin Stil Leben 02/2013, S. 36 sowie www.kidston.com.

  14. 14.

    Zur empirisch untermauerten Milieutheorie vgl. Pierre Bourdieu (1987) sowie Gerhard Schulze (2005, S. 277 ff.).

  15. 15.

    Zur Renaissance hochwertiger Manufakturobjekte als Alternative zum Massenartikel vgl. Thomas Heun (2014).

  16. 16.

    Zum Begriff des Flüchtigen in der Moderne und der Verflüssigung vormals stabiler sozialer Bindungen und Beziehungen vgl. Bauman (2003).

  17. 17.

    Für den Hinweis auf Corporate Books als analoge Kommunikationsmedien dankt der Verfasser Fabian Evers.

  18. 18.

    Das Buch hat in der Zwischenzeit mehrere internationale Auszeichnungen erhalten – auch so lässt sich auch ein kommunikativer Mehrwert erzielen.

  19. 19.

    Gespräch des Verfassers mit Dietmar Hamm in Hamburg, 11. November 2013.

  20. 20.

    Gespräch des Verfassers mit Boris Brumnjak in Berlin, 6. November 2013.

  21. 21.

    Im gleichen Band bemerkt Bauman: „Die bereitwillige, […] enthusiastische Kooperation des Manipulierten ist die wichtigste Ressource der Synoptiken kommerzieller Anbieter“ (Bauman und Lyon 2013, S. 166).

  22. 22.

    Esther Göbel weist auf das bemerkenswerte Phänomen hin, dass ein durchschnittlicher Facebook-User 342 Freunde hat. Auf diese schiere Zahl lässt sich, so viel ist klar, nur noch ein völlig oberflächliches Konzept von Freundschaft anwenden.

  23. 23.

    Das angegebene Zitat stammt von Stefan George.

  24. 24.

    Man denke etwa an das Phänomen des sog. „Shitstorms“, der einen enormen medialen Druck aufbauen kann – und sich im Regelfall innerhalb weniger Tage wieder entladen hat, nicht ohne dabei eine verheerende Schneise der Verdächtigungen und Unterstellungen geschlagen zu haben. Rufmorde im Internet wären eine ganz eigene Betrachtung wert.

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Pietzcker, D. (2014). Die neue Sehnsucht nach dem Analogen – Retrotrends im digitalen Zeitalter als Kommunikationsstrategien. In: Dänzler, S., Heun, T. (eds) Marke und digitale Medien. Springer Gabler, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-03298-2_12

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