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Supervision – Gemeinsam Lösungen entwickeln

  • Simon HahnzogEmail author
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Zusammenfassung

„Geteiltes Leid ist halbes Leid.“, sagte meine Oma zu mir, wenn sie mich aufforderte, ihr von meinen Problemen zu berichten, um mich dann großmütterlich zu trösten. Ob es wirklich genau 50 % sind, die man von seinem Leid abgibt, lässt sich wissenschaftlich nicht genau bestimmen, und doch ist an Omas Ratschlag einiges dran: Anderen von seinen Problemen zu berichten kann subjektives Belastungsempfinden verringern und zeigt sich nicht zuletzt im elementaren und angeborenen Bedürfnis des Menschen nach Zugehörigkeit (vgl. u. a. Thibault und Kelley, The social psychology of groups, Wiley, 1959; Jonas et al. Sozialpsychologie, 2007). Wenn ein Problem nicht alleine bewältigt, sondern in der Gruppe besprochen wird, erhöht sich außerdem die Anzahl der Perspektiven und damit auch der möglichen Lösungsvorschläge. Genau diese Effekte nutzt die Beratungsform der Supervision, in der berufliche Zusammenhänge in Form einer kollegialen Fallberatung gemeinsamen thematisiert werden.

Im letzten inhaltlichen Kapitel unseres Praxishandbuchs werde ich diese Variante der kooperativen Lösungsentwicklung vorstellen. Ausgehend von einer allgemeineren Gegenstandsbestimmung werden ausgewählte Gestaltungsformen der Supervision beschrieben. Diese unterscheiden sich je nachdem, ob die Gruppendynamik eines Teams oder ein spezifisches Thema im Vordergrund steht oder ob die gemeinschaftliche Beratung ohne anleitenden Supervisor stattfindet. Abschließend werden Möglichkeiten ausgelotet, wie Supervision in der zukünftigen Arbeitsorganisation einen Stellenwert erhalten kann und sich dabei insbesondere als Element der Betrieblichen Gesundheitsförderung einsetzen lässt.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.hahnzog - organisationsberatungMünchenDeutschland

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