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Zusammenfassung/Schlussbemerkungen

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Zusammenfassung

Die Analyse im ersten Hauptteil des Buches hat verdeutlicht, dass die negative Seite der „Animal Spirits“ psychologische Ursache der Excesse und damit auch des Vertrauensverlustes in der Bankenbranche ist und dass die Ziel- und Steuerungssystematik in den Banken die entscheidenden Rahmenbedingungen für das Ausleben dieser „Animal Spirits“ liefert. Mit der alleinigen Proklamation des Primats der Rendite und ihrer Verankerung in allen Anreiz- und Sanktionsmechanismen wurde der eigentliche volkswirtschaftliche Zweck der Banken, nämlich die Versorgung der Realwirtschaft mit den erforderlichen Bankprodukten aus den Augen verloren. In der übergeordneten, philosophischen Betrachtung konnte hergeleitet werden, dass diese Entwicklung zu einem Tausch von Mittel und Zweck geführt hat. Nicht die Banken dienen dem Menschen (Kunden, Mitarbeiter, …), sondern die Menschen dienen der sich selbst optimierenden Wirtschaft und werden dabei auf einen (mathematisch) kalkulierbaren Faktor reduziert. Eigene ethische Ansprüche der Banken, zum Beispiel in Form von Ethikkodizes, können nicht erfüllt werden, weil sie anders als die Renditeziele eben nicht Element der Steuerungssystematik sind. Während das Problembewusstsein in der Gesellschaft und in der Branche deutlich gestiegen ist, ist der entscheidende Kulturwandel in der Branche jedoch bisher ausgeblieben. Auch haben die Bankenaufsicht oder die Governancegesellschaft in Gestalt von NGOs bisher keine Kehrtwende einleiten können. Im Gegenteil: Die Anzahl der faktischen Bankpleiten allein in Deutschland hält mit dem Wachstum der Regelungsdichte durchaus mit.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2013

Authors and Affiliations

  1. 1.SendenDeutschland

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