Advertisement

Einleitung

Chapter
  • 2.3k Downloads

Zusammenfassung

Banken haben in der Marktwirtschaft eine besondere volkswirtschaftlich systemische Bedeutung, weil das in sie gesetzte Vertrauen als Treuhänder privater und gewerblicher Einlagen sowie sonstiger Anlagevermögen Voraussetzung für die Versorgung der Wirtschaft insbesondere mit Fremdkapital ist. Darüber hinaus ist das Finanzsystem über wechselseitige Verpflichtungen ihrer institutionellen Akteure so miteinander verbunden, dass der Ausfall einzelner Akteure zu massiven, ggf. die Existenz bedrohenden Belastungen bei anderen Akteuren führen kann. Eine massive Häufung unethischen Verhaltens von Banken und ihren menschlichen Vertretern aus unterschiedlichen Beweggründen mit Schäden für Kunden, Mitarbeiter und Gesellschaft hat einen Teufelskreis aus massivem Vertrauensverlust und daraus folgenden faktischen Problemen (Bankpleiten, Kreditklemmen etc.) in Gang gesetzt, den wir heute als Finanzkrise mit realwirtschaftlichen Konsequenzen erleben. Dabei beschränken sich die Meldungen durchaus nicht auf die Subprimekrise mit ihren Begleiterscheinungen, sondern betreffen zum Beispiel über die LIBOR-Manipulation, den Verkauf von spekulativen oder für die Bank ertragsstarken Produkten entgegen dem Kundenbedarf oder die in jüngerer Zeit deutlich zunehmende Verführung zur privaten Überschuldung durch „Point of Sale-Finanzierungen“ eine breite Palette von Kunden und Produkten. Die erfolgten Stützungen des Systems mit Steuermitteln in Höhe von dreistelligen Milliarden Euro-Beträgen können noch immer nicht final abgesehen und durch die gegenwärtige Generation nur schwerlich abgetragen werden. In der Wissenschaft besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Ursachen dieser Krise nicht durch die Wirtschaftswissenschaften allein erklärt, geschweige denn gelöst werden können. Das Charakteristische der realwissenschaftlichen Einzeldisziplinen besteht darin, dass sie von dem, was sie innerhalb ihrer Disziplin nicht erklären können, abstrahieren. Die Prämissen vieler solcher Abstraktionen der klassischen monetaristischen Wirtschaftstheorie, wie zum Beispiel die des „homo oeconomicus“ oder eines möglichen Gleichgewichts der Märkte, wurden jedoch ebenso deutlich wie nachhaltig widerlegt.

Literatur

  1. Akerlof, G. A., Shiller, R. J.: Animal Spirits – Wie die Wirtschaft wirklich funktioniert. Frankfurt (2009)Google Scholar
  2. Anzenbacher, A.: Einführung in die Philosophie, 7. Aufl. Freiburg (2010)Google Scholar
  3. Wende, A.: Lexikon der Verhaltenswissenschaftlichen Betriebswirtschaftslehre – „Kulturwandel“. Leuphana – Institut für Mittelstandsforschung (o. J.)Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2013

Authors and Affiliations

  1. 1.SendenDeutschland

Personalised recommendations