Bildungsausgaben in Deutschland im Zeitraum 1975–2010. Eine kritische Betrachtung vor dem Hintergrund der Generationengerechtigkeit

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Zusammenfassung

Seit der ‚Babyboomer-Generation‘ in den 1970er Jahren haben geburtenschwächere Jahrgänge das Bildungssystem durchlaufen. Der Beitrag von Plünnecke und Esselmann geht dieser Entwicklung im Rahmen einer Untersuchung der Bildungsausgaben in Deutschland seit dem Jahr 1975 nach und bewertet diese im Hinblick auf ihre Generationengerechtigkeit. Für den Bildungsbereich wird Generationengerechtigkeit dann als gegeben betrachtet, wenn eine Generation mindestens mit den gleichen staatlichen Ausgaben für Bildungszwecke bedacht wird wie die Generation vor ihr. Von dieser Festlegung ausgehend, werden zunächst die Bildungsausgaben seit dem Jahr 1975 betrachtet und in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (absolut) sowie als reale pro-Kopf-Bildungsausgabe je Einwohner im Alter bis unter 30 Jahren dargestellt. Letztere Kennzahl ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich angestiegen. Darüber hinaus wird untersucht, welche Sektoren des Bildungswesens von den in diesem Indikator gemessenen steigenden Bildungsausgaben besonders profitiert haben. Dies gilt für fast alle Bereiche, lediglich an den Hochschulen haben sich die Betreuungsrelationen leicht verschlechtert. Zuletzt diskutiert der Beitrag einige Veränderungen soziodemografischer Faktoren, die einen Bedarf an steigenden Bildungsausgaben begründen könnten. In der Gesamtschau zeigt sich, dass die Chancen der heutigen Generation auf Teilhabe im Bildungssystem gegenüber denen früherer Generationen gestiegen sind und der Indikator ‚Bildungsausgaben‘ sich insgesamt generationengerecht entwickelt hat.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut der deutschen Wirtschaft KölnKölnDeutschland

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