Norwegen

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Zusammenfassung

Der genaue Zeitpunkt der Gründung des norwegischen Königreiches ist in der Geschichtsschreibung umstritten. Die mittelalterliche Staatswerdung verlief stark diskontinuierlich und war in den Anfangsjahren von dezentralisierenden Konflikten regionaler Herrscher gekennzeichnet. Die genaue Bestimmung der Reichsgründung wird zudem durch die Unzuverlässigkeit der als zentrale Quelle geltenden und von Mythen beeinflussten Sagaliteratur erschwert. Dennoch gilt als gesichert, dass die Einigung des Reiches der als „letzte Wikinger“ geltende Harald Hardråde (1047–1066) vollendete, der beim Versuch, England zu erobern, gefallen ist. Ihm gingen mit Harald Hårfagre (ca. 852–933) und Olav II (1015–1028, auch: Olav Digre), dem „Heiligen“, zwei bedeutende Wikingerherrscher voraus, die die Reichseinigung ebenfalls vorangetrieben hatten: Harald Hårfagre gelang es, sich um das Jahr 900 herum an der Südküste des Landes gegen andere Kleinkönige durchzusetzen und damit eine beachtenswerte Machtbasis zu schaffen, auch wenn ihm wohl noch nicht, wie es in älteren Quellen zu lesen ist, die nachhaltige Vereinigung der einzelnen Landesregionen zu einem geschlossenen Königreich (sog. rikssamling) glückte. Olav dem Heiligen gelang ein knappes Jahrhundert später eine bemerkenswerte Ausdehnung seines Herrschaftsgebietes von der Südküste des Landes bis hinauf in die Finnmark, in heute ostschwedische Gebiete und auf die Orkney- und Shetland-Inseln. Während Olav die Christianisierung des Landes verfestigte, blieb seine politische Machtbasis schlussendlich aber brüchig und von Rivalen bedroht (Darstellung nach Petrick, Norwegen. Von den Anfängen bis zur Gegenwar 2002, S. 31–39; Stenersen und Libæk, Die Geschichte Norwegens. Von der Eiszeit bis heute, 2003, S. 27–37).

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

Authors and Affiliations

  • Christian Förster
    • 1
  • Josef Schmid
    • 2
  • Nicolas Trick
    • 2
  1. 1.StuttgartDeutschland
  2. 2.TübingenDeutschland

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