„Vorsicht! Kann Spuren von Moral enthalten!“ – Begleiterscheinungen und Komplikationen moralisch infizierter Ernährungskommunikation

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Zusammenfassung

Beim Einkauf im Lebensmittelmarkt gelangt man irgendwann zum Convenience-Food. Der Blick fällt auf ein Hühnerfrikassee, auf dessen Verpackung ein wohlwollendes „Du darfst!“ prangt. Man darf? Wer erlaubt einem hier was? Und wenn hier etwas erlaubt ist, was ist dann verboten? Von wem? Was passiert, wenn der Konsument sich jetzt auf die Suche nach dem Verbotenen macht und jene unbekannte Versuchung verzehrt anstelle dieses gleichzeitig generös freizügig wie subtil imperativ angepriesenen Hühnerfrikassees? Mit welchen Konsequenzen muss er rechnen? Wird er getadelt? Mit Missachtung gestraft? Wird er sich schuldig fühlen? Und würde es gegebenenfalls die Möglichkeit zur Rehabilitation geben? Vielleicht eine Diät zur Sühne?

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Authors and Affiliations

  1. 1.APEK ConsultWitzenhausenDeutschland

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