Über Fußballbegeisterung. Beispiele für sonisch-ethnografische Kulturforschung

Chapter
Part of the Kulturelle Figurationen: Artefakte, Praktiken, Fiktionen book series (KFAPF)

Zusammenfassung

Der Versuch, Klangphänomene wahrzunehmen und über sie nachzudenken, hat in den vorausgegangenen Kapiteln zum einen zur Thematisierung bestimmter Eigenschaften des Klanglichen geführt (semantischer und materialer Aspekt des Klanglichen, die Verschränkung beider Aspekte, ihre Präsenz-gebenden, identifizierenden, subjektkonstitutiven Effekte). Außerdem hat sich das Klangliche auch als eine Wirklichkeitssphäre erwiesen, die es ermöglicht, Spezifika und Problemen des Kulturellen nachzuspüren, die nicht an der Oberfläche der kulturellen Wirklichkeit liegen; die im Wortsinne nicht sichtbar sind. Die Dimension des Klanglichen bietet sich damit einer Forschungshaltung als Phänomenbereich an, die die Sozialpsychologin Marie Jahoda wie folgt formuliert: „I do think that the problem in the human and social sciences is to make invisible things visible. This means that all the original purposes and intentions of people involved in a situation are from the beginning assumed to be not the whole story. It means that it is necessary to look at underlying mechanisms, forces, or whatever you want to call them, and not to take the ‚obvious‘, that which is visible to the naked eye, for granted.“ Nicht nur in der Form einer Wortspielerei, sondern tatsächlich eröffnet das Klangliche Zugang zum ‚Unsichtbaren‘. Gerade die intensive Auseinandersetzung mit dem Klanglichen hat so in den vorausgegangenen Kapiteln weit über klangliche Phänomene hinaus geführt. Das Interesse am Klanglichen hat sich deshalb als im Grunde methodischer Ansatz erwiesen: Es eröffnet einen Zugang zu ‚unsichtbaren‘ Aspekten der zeitgenössischen Kultur.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität InnsbruckInnsbruckÖsterreich

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