Über die Breite der Spektrallinien in Gasentladungen, insbesondere in Quecksilberhochdruckentladungen

  • P. Schulz

Zusammenfassung

Das Problem der Verbreiterung von Spektrallinien ist kompliziert und noch nicht allgemein theoretisch gelöst worden. Mit Erfolg konnten die Erscheinungen bei nicht allzu hohen und bei sehr hohen Drucken behandelt werden, wobei der erste Fall einen großen Teil des experimentell vorliegenden Materials umfaßt. Die für den niederen Druckbereich anwendbare Stoßtheorie geht davon aus, daß die Wechselwirkungskräfte zwischen einem strahlenden (angeregten) Atom und einem in seiner Nähe befindlichen normalen (unangeregten) Atom rasch mit dem gegenseitigen Abstand abnehmen, z. B. bei den zwischen artfremden Atomen wirkenden van der WAALSschen Kräften mit der 6. Potenz des Abstandes. Ist der mittlere Abstand zwischen den Atomen relativ groß, so werden diese Kräfte im allgemeinen verschwindend klein sein. Bei der thermischen Bewegung der Atome werden aber stets sehr kurzzeitige enge Annäherungen zwischen einem Strahlatom und einem Fremdatom vorkommen, wobei dann die Wechselwirkungskräfte plötzlich mit großer Stärke in Erscheinung treten. Dies bedeutet eine kurze, stoßartige Störung des Strahlatoms, die nur während der Dauer des nahen Vorbeifluges beider Atome wirksam ist, während in der übrigen Zeit das Strahlatom praktisch ungestört ist. Die Störzeiten sind so kurz im Verhältnis zur gesamten Strahlungsdauer, daß für die Ausstrahlung der Anteil der gestörten Frequenzen verschwindend gering ist. Jedoch hat die stoßartige Störung eine andere Folge. Die Schwingung setzt zwar nach der Passage wieder mit derselben Frequenz ein, sie ist aber nicht mehr in Phase mit der ursprünglichen Schwingung. Statt aus einer (infolge der Strahlungsdämpfung) langsam abklingenden Schwingung besteht die Strahlung nun aus einer Reihe abgehackter Schwingungszüge.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. in Berlin 1943

Authors and Affiliations

  • P. Schulz

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