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Stellungnahme von Theorie und Praxis

  • Ferdinand Kleinschmidt

Zusammenfassung

Neben der soeben geschilderten historischen Entstehungsgeschichte der beiden in Betracht kommenden Gesetzesbestimmungen, die weiter unten einer eingehenden Würdigung unterzogen werden soll, ist für die zu prüfende Frage von größter Bedeutung, wie sich Theorie und Praxis zu dem Problem stellen und welchen Sinn und Auslegung sie den Gesetzesparagraphen geben. Es soll daher, bevor zu einer endgültigen Entscheidung der gestellten Aufgabe geschritten wird, eine kurze, aber möglichst erschöpfende Darstellung der in Literatur und Praxis vertretenen Meinungen gegeben werden.

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Notes

  1. 1).
    Vgl. Strohal, Erbrecht: Band II, § 61 a I und Anm. 1; Band I, § 28 a I und Anm. 3. — Planck — Strohal: Kommentar z. BGB. Band V Anm. 1 u. 2 zu § 1946; Anm. 4 zu § 2142.Google Scholar
  2. 1).
    Vgl. Kretzschmar, Erbrecht 1913: § 35 I, 1 und 2 a und Anm. 4, S. 200ff.; § 35 II, S. 204ff. und Anm. 13; § 42, S. 363/64. — Leonhard, Erbrecht, zweite Auflage 1912: Anm. II zu § 1946, Anm. V zu § 2142. — Cosack, Lehrbuch des bürgerl. Rechts, 6. Aufl., Band II, § 404 Bern. VI, 1 S. 760. — Wilke, Kommentar zu BGB. 1900, Erl. 1 zu § 2142. — Böhm, Erbrecht, 2. Aufl. S. 250, § 75 IV F. — Frommhold, Erbrecht, 1900, Anm. 2 zu § 1946. — Binder, Rechtstellung nach d. BGB. 1901. Erster Teil, I S. 106. — Goldmann-Lilienthal BGB. 1. Aufl. S. 322. — Neumann, Kommentar z. BGB. Band II, Anm. 1b zu § 2142. — Peiser, Handbuch des Testamentrechts 1902, S. 62 ff. — Wolf, Handkommentar, Anm. 1 zu § 2142. — Türke (Niederführ, Winter), Kommentar, 2. Aufl. 1905, Band III, Anm. 2 zu § 2142. — Endemann, Lehrbuch des bürgerl. Gesetzbuchs, Band III, S. 345, § 79, Anm. 10. — Crome, System des bürgerl. Gesetzbuchs, Erbrecht, Band V, S. 571, § 718 I Anm. 4; S. 197, § 666, 2 und Note 14 ff. — Köpcke, die Rechtsstellung des Ersatzerben und Nacherben nach dem BGB. 1902, Diss. Jena, S. 14 ff. — Kuhlenbeck, Kommentar z. BGB. Aufl. 1 und 2, Anm. zu § 2142. — Scherer, Erbrecht 1900, Anm. 1 zu § 2142. — Fischer-Henle, Handkommentar z. BGB. Anm. 1 zu § 2142 und § 1946. — Mattiaß, Lehrbuch des bürgerl. Rechts S. 712, § 295 C II und Anm. 1. — Dernburg, bürgerl. Recht 1905, Band V, S. 405 ff. Dernburg gestattet die Annahme und Ausschlagung schon dann, wenn bloß unsichere Gerüchte über den Tod des Erblassers zirkulieren, und diese sich alsdann bewahrheiten. Anfall der Erbschaft fordert er nicht, so daß sich auch ein nicht in erster Linie Berufener schon während der Schwebezeit (ob der Vorberufene annimmt oder ausschlägt) wirksam erklären kann. Mit sich selbst in Widerspruch gerät Dernburg dadurch, daß er an anderer Stelle (vergl. S. 174) die Annahme der Nacherbschaft vor Eintritt des Falles der Nacherbfolge verneint und sich hierbei darauf stützt, daß dies den allgemeinen Grundsätzen des Erbrechts nicht entspreche.Google Scholar
  3. 1).
    Vgl. E. R. G. 80 S. 377 ff. vom 9. XL 1912. Recht, 17 Nr. 215 = Jur. W. 1913 S. 136, Nr. 14, Anm. 10.Google Scholar
  4. 2).
    Vgl. Recht 1910, Nr. 2581.Google Scholar
  5. 1).
    Vgl. Windscheid — Kipp, Lehrbuch des Pandektenrechts, S. 439, § 602, Anhang 4. — Kretzschmar 1910, Erbrecht (anders 1913 vgl. oben S. 15 Anm. 1) S. 133, Anm. 4; S. 247, § 54, 2. — Kommentar der R. G. R., § 2142, Abs. 1 Anm. 1 (zweifelhaft: vgl. § 1946 Anm. 2). — Oberlandesgericht München vom 19. VI. 1907 in Blätter für Rechtsanwendung, Band LXXII, S. 1000 ff. — Herzfelder in Staudingers Kommentar, Band V, § 1946 Anm. 3. — P. Meyer, Erbrecht des BGB. 1910, S. 295, § 47, 3. — Friedmann, Die Annahme einer Erbschaft, ihre rechtliche Natur und ihre Rechtswirkungen in der Geschichte und im Recht des BGB. Siehe: Rechts-und Staatswissenschaftliche Studien, Heft XXXV, S. 68/69 und Anm. 100. — Planck-Ritgen, § 2142 Anm. 3 (jedoch zweifelhaft: vgl. § 1946 Anm.). — Pelargus, Das Erbrecht des BGB. 1899, § 199 I, S. 282. — Meischeider, Die letztwilligen Verfügungen, § 76, S. 280. — Kammergericht, vom 9. V. 1902 in Rechtssprechung der O. L. G., Band V, S. 236. — Springguth, Rechtsverhältnis zwischen Vorerben und Nacherben 1903, Diss. Greifswald, S. 43 ff. und Anm. 9. — Marcuse, Die sukzessive Berufung zur Erbschaft 1903, Diss. Rostock, S. 69 ff. Marcuse (S. 72) geht von der falschen Voraussetzung aus, daß für den Nacherben der Eintritt des Falles der Nacherbfolge in der Regel dasselbe ist, was für einen anderen Erben der Erbfall; er sieht daher den § 2142 Abs. 1 nicht als eine Anwendung, sondern als Ausnahme von § 1946 an. — Oberlandesgericht Dresden (vgl. Akten des Kgl. Landgerichts Dresden, A. Z. 12 Cg.. 270/10).Google Scholar
  6. 1).
    Römisches Recht L 21, § 2 D h. t. 29, 2, 1. 13 pr. D. eod. — Vgl. allg. Landrecht I 12, § 242. — Vgl. Windscheid, Lehrbuch des Pandektenrechts, § 597, 1 Anm. 1 und 2, S. 418. — Vgl. Dernburg, Pandekten, Band III, 4. Aufl. 1896, S. 322, § 161 la. — Vgl. Köppen, Lehrbuch des römischen Rechts, Würzburg 1895, S. 96 ff. ü Windscheid nimmt allerdings an, daß eine Erbschaftsantretung, welche vor Wegfall eines vorgehend Berufenen gemacht wird, hinterher, wenn mit dem Wegfall des Vorberufenen die Berufung zugunsten des Antretenden eintritt, nicht wiederholt zu werden brauche. (L 9, C. qui admitti 6, 9.); jedoch will er dies schlechthin nicht für alle Fälle zulassen. Dem widersprechen Dernburg Anm. 4 und Arndts (Lehrbuch der Pandekten Anm. 2 zu § 507, S. 816, 8. Autl. 1874), die jede derartige Erklärung während des Schwebens der Bedingung für unverbindlich halten. Sintenis (das praktische gemeine Zivilrecht, 3. Aufl. 1869, S. 493) und Siebenhaar (Kommentar z. BGB. des Königreichs Sachsen, 2. Aufl. 1869, Anm. zu § 2254) schließen sich für das gemeine Recht der Auffassung Windscheids an. So soll ein eventueller Erbe nach Eintritt des Erbfalls den Erbantritt für den Fall, das vorhergehende Erben wegfallen, erklären können, und diese Annahme soll mit dem Wegfall des Vorberufenen Gültigkeit haben.Google Scholar
  7. 1).
    Vgl. Protokolle, Band V, S. 624 ff.Google Scholar
  8. 2).
    Vgl. Planck-Ritgen, Kommentar z. BGB. Anm. 3 zu § 2142. — Vgl. Dernburg, bürgerliches Recht, Band V, S. 174 § 59 III (1905). — Vgl. Kipp, Erbrecht, erste und zweite Aufl. 1911, S. 245, § 92 III. — Vgl. Mayer-Reis, Familien-und Erbrecht, 4. Aufl. 1902, Band II, S. 91, § 39, II, 2 und Anm. 13 und 10. — Vgl. Köhne und Feist, Nachlaßbehandlung, Erbrecht v. Märcker 1902, 17. Aufl., Berlin 1902, S. 143/44, § 7 A VI, e 2. — Vgl. Wäntig, in Zeitschrift des Deutsch. Notarvereins 1906, Band VI, S. 403 ff. — Vgl. Große, Stellung des Universal-Fideik. im Vergleich mit der Stellung des Nacherben. 1905, S. 49.Google Scholar
  9. 1).
    Vgl. Kipp, Erbrecht, S. 134, § 53 V. — Vgl. Dernburg, bürgerl. Recht, S. 405/6, § 146 III. — Vgl. Planck-Ritgen, Anm. zu § 1946 (nicht ganz zweifelsfrei, vgl. § 2142 Anm. 3). — Vgl. Mayer-Reis, Familien-und Erbrecht, S. 164, § 69 II, 2. — Vgl. Kommentar der R. G. R. Anm. 2 zu § 1946 und § 1942.Google Scholar
  10. 2).
    Vgl. Kipp, Erbrecht, S. 245, § 92 III.Google Scholar
  11. 3).
    Vgl. Recht 1909, S. 197 ff.Google Scholar
  12. 4).
    Dernburg, Bürgerl. Recht, S. 174, § 59 III.Google Scholar

Copyright information

© Verlagsbuchhandlung Julius Springer in Berlin 1916

Authors and Affiliations

  • Ferdinand Kleinschmidt

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