Zusammenfassung

Als Scrofuloderma (Gomme scrofule use der Franzosen) werden Affektionen der Haut bezeichnet, welche gleichzeitig mit skrofulösen Erkrankungen anderer Teile, der Augen, der Drüsen, der Knochen, oder im Gefolge derselben auftreten. Es bilden sich am häufigsten im Gesicht, am Hals, an den Vorderarmen und Händen oder an den Unterschenkeln, seltener an anderen Körperstellen Knoten in oder unter der Haut, die sich langsam vergrößern, in letzterem Falle allmählich mit der Haut verschmelzen und die, wenn sie von den Lymphdrüsen ausgehen, was nicht selten der Fall ist, eine beträchtliche Größe erreichen können. Nach einiger Zeit tritt eine Erweichung im Zentrum des Knotens ein, die livide rote Haut über demselben wird verdünnt und schließlich durchbrochen, und nach der Entleerung eines dünnflüssigen, mit käsigen Brocken gemischten Eiters entsteht ein Geschwür mit tiefem Grunde und schlaffen, unregelmäßigen, sinuösen, von livide roter, unterminierter Haut gebildeten Rändern. Der Ulzerationsprozeß schreitet sowohl der Fläche nach wie in die Tiefe fort und kann zu umfangreichen Zerstörungen der Haut und der tieferen Teile Veranlassung geben. Andererseits kommen vollständige oder teilweise Vernarbungen vor, und die Narben sind, entsprechend den Eigentümlichkeiten der Geschwüre, sehr unregelmäßig, gewulstet und oft brückenförmig. Unter allen Umständen zeichnet sich der ganze Prozeß durch seine ungemeine Torpidität aus. — Auch in den skrofulösen Hautinfiltraten sind die Tuberkelbazillen nachgewiesen worden, und somit ist ihre Zugehörigkeit zu den tuberkulösen Affektionen endgültig festgestellt.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1914

Authors and Affiliations

  • Edmund Lesser
    • 1
  1. 1.Universitäts-Klinik und Poliklinik für Haut- und GeschlechtskrankheitenBerlinDeutschland

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