Advertisement

Der gute und starke Wille

  • W. Moede

Zusammenfassung

Man kann unbedenklich, auch in der positiven Leistungspsychologie von Willensstärke sprechen, sofern man sich nur davor hütet, statt einer positiven Feststellung und Analyse der seelischen Verlaufsformen bei einem bestimmten Sachverhalt ein Vermögen oder eine Kraft anzunehmen, die als angeboren und begabt mit verschiedenen Wirkungsgraden den Schlüssel für den Tatbestand abgeben soll, der einem guten und starken Willen zugeschrieben wird. Das Willenserlebnis wird besonders dann anschaulich empfunden, wenn uns Widerstände entgegentreten, Zweifel aufkommen, so daß Hemmungen sich vorschalten, die zu überwinden sind, wenn Überlegen der Möglichkeiten, Bedenken, Entscheiden, Bekämpfen der Widerstände vor und während der Ausführung des Entschlusses auftreten. Der zunächst festgefaßte Entschluß kann noch unmittelbar vor dem Ziel aufgegeben werden und durch einen besseren oder schlechteren ersetzt werden. Wenn wir eine schwere Last fortbewegen, so sind Kraftimpulse nötig, besonders bei den Grenzformen der Leistungsfähigkeit, dem Schwellengebiete des Gelingens und Versagens. Wir empfinden besonders bei körperlicher Arbeit, die uns ungewohnt ist, lebhaft, unmittelbar und stark jenen innerlichen Impuls, das bestimmte Ziel trotz aller Mühsal und Beschwerden, Schmerzen und Unlust siegreich zu erreichen. Jene innere Anstrengung, Hemmnisse der Zielerreichung zu beseitigen, ausdauernd starke Gegenimpulse bis zum äußersten aufzubieten, sind die anschaulichen Grunderlebnisse für willensstarke Handlungen bestimmter Intensität.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1930

Authors and Affiliations

  • W. Moede
    • 1
    • 2
  1. 1.Technische Hochschule zu BerlinDeutschland
  2. 2.Handelshochschule BerlinDeutschland

Personalised recommendations