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Die akute Schlafmittelvergiftung

  • Albrecht Renner
Chapter
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Part of the Ergebnisse der Inneren Medizin und Kinderheilkunde book series (ERGEB.INNERE, volume 23)

Zusammenfassung

Wenn man vom Chloralhydrat absieht, das in einigen Fällen zu plötzlichem Herztod geführt hat, ähnlich den seltenen plötzlichen Chloroformtodesfällen, so stimmen die akuten Schlafmittelvergiftungen unter sich wesentlich überein und gleichen in den Grundtatsachen, wie nicht anders zu erwarten, den typischen Narkosesymptomen. Im Vordergrunde stehen Bewußtlosigkeit bzw. Koma, Anästhesie, schlaffer Muskeltonus, Abschwächung bzw. Fehlen der Reflexe, auch hier zunächst der Konjunktivalreflexe. Die leichteren Vergiftungen zeigen nur diese Erscheinungen von seiten der Großhirnrinde und des Rückenmarks. Das Koma kann mit Exzitationszuständen, allgemeiner Unruhe, Delirien, Halluzinationen oder epileptiformen Krämpfen wechseln. Aus der Schwere dieser narkotischen Erscheinungen kann man nicht, wie das oft geschieht, die Prognose ableiten. Das als ominös geltende Erlöschen der Sehnenreflexe findet sich bei einer Reihe nicht tödlich endigender Vergiftungen. Aus langdauernder Bewußtlosigkeit sind Vergiftete gelegentlich fast beschwerdefrei erwacht, so daß auch die Dauer nicht als verläßliches Kriterium für die Prognose gelten kann. Maßgebend ist vielmehr, wieweit die Zentren im verlängerten Mark betroffen sind. Das Vasomotorenzentrum wird meist vor dem Atemzentrum gelähmt. Neben einer zentralen Gefäßwirkung kommt auch eine periphere in Betracht, die wenigstens für das Veronal sichergestellt ist (Jacobj [71]). Äußerlich zeigt sich die Vasomotorenlähmung entweder in Röte oder in Blässe der Haut.

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Notes

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1925

Authors and Affiliations

  • Albrecht Renner
    • 1
  1. 1.Städtisches KrankenhausAltonaDeutschland

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