Wirkung der Kurzschlußströme im Netz

  • Reinhold Rüdenberg

Zusammenfassung

Die Dauerkurzschlußströme und die Stoßkurzscblußströme hängen in ihrer Stärke von ganz verschiedenen Faktoren ab. Der Stoßstrom ist nach Gleichung (54) nur abhängig von der Netzspannung sowie der Streuung des Generators, der vorgeschalteten Transformatoren und der Induktanz der durch-flossenen Leitungen. Er behält dieselbe Größe, gleichgültig, ob die Leitungen 1-, 2- oder 3 polig kurzgeschlossen werden, weil sein Wert im wesentlichen durch den Ausgleich der vor dem Kurzschluß vorhandenen Netzspannung im Blindwiderstande des Kurzschlußkreises gegeben ist. Dagegen ist der Dauerkurzschlußstrom außer von diesen Induktanzen noch abhängigvon der Ankerrückwirkung imGenerator sowie von dessen Sättigung und Erregungsstärke. Er wird dadurch beim 1- und 2 poligen Kurzschluß sehr viel stärker als bei 3 poligem Schluß, denn seine Ankerrückwirkung ist bei einphasigem Stromdurchfluß durch die Wicklung geringer als bei dreiphasigem, und daher bleibt ein größeres Feld zur Erzeugung des Dauerkurzschlußstromes bestehen. In Abb. 35 sind die verschiedenen Möglichkeiten des Kurzschlusses schematisch dargestellt, und es ist die relative Stärke der Dauer- und Stoßkurzschlußströme in der Nähe der Generatoren angegeben. Da die Kurzschlußstromberechnungen eine Sicherheitsrechnung für das Netz darstellen, so muß man stets den ungünstigsten Fall zugrunde legen, d. h. man muß bei ungeerdeten Netzen die Zahlen für den einphasigen, 2poligen Kurzschlußfall berücksichtigen.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1925

Authors and Affiliations

  • Reinhold Rüdenberg
    • 1
  1. 1.Siemens-SehuckertwerkeTechnischen HochschuleBerlinDeutschland

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