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Der Todesgedanke in der Musik

  • K. Marguerre

Zusammenfassung

Von der anderen Welt, der Welt, in der der Tod beheimatet ist, gibt die Hohe Musik Kunde. Aber so allgemein können wir uns das Thema Musik und der Tod nicht stellen — nur ein Dichter könnte es wagen, an diese Zusammenhänge zu rühren. Wir müssen uns bescheiden, bescheiden in doppelter Weise: indem wir nur von Musik sprechen, die durch den Text oder durch die Lebensumstände des Schöpfers zum Tod ausdrücklich in Beziehung tritt, und indem wir (der Verfasser kennt nur diese Musik wirklich) eine eng begrenzte Epoche unserer abendländischen Musik betrachten. So lassen wir die Jahrhunderte vor Bach (die ja auch in ganz anderer Weise „vergangen“ sind als das 18. Jahrhundert) beiseite, und ebenso unser eigenes Jahrhundert, dem gegenüber wir einen bedrückenden Verdacht haben: Kann eine Epoche, deren Zeitgeist das Altern, und erst recht den Tod nicht wahrhaben will, überhaupt Kunst haben im hohen Sinne? Kann es Kunst geben ohne Religion, ohne Auseinandersetzung mit der Großen Realität, die da heißt Tod? Unsere Betonarchitektur, die Documenta, die musica vivorum (zu Unrecht Musica Viva genannt), das ganze zutiefst nihilistische Spiel unserer „Festivals der Moderne“...? Aber auch zwischen den beiden Jahrhunderten, die dann noch bleiben, müssen wir wählen. Hegel hat um 1830 ausgesprochen, daß „die Kunst in der Weise ihrer höchsten Bestimmung ein Vergangenes sei“.

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Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag GmbH & Co. KG, Darmstadt 1978

Authors and Affiliations

  • K. Marguerre
    • 1
  1. 1.DarmstadtDeutschland

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