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Komplexe Integralrechnung

Chapter
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Part of the Grundwissen Mathematik book series (GRUNDWISSEN, volume 5)

Zusammenfassung

Gauss schreibt am 18. Dezember 1811 an Bessel: „Was soll man sich nun bei ∫φx ⋅ dx für x = a + bi denken? Offenbar, wenn man von klaren Begriffen ausgehen will, muss man annehmen, dass x durch unendlich kleine Incremente (jedes von der Form α + i β) von demjenigen Werthe, für welchen das Integral 0 sein soll, bis zu x = a + bi übergeht und dann all (φx ⋅ dx summirt. So ist der Sinn vollkommen festgesetzt. Nun aber kann der Übergang auf unendlich viele Arten geschehen: so wie man sich das ganze Reich aller reellen Grössen durch eine unendliche gerade Linie denken kann, so kann man das ganze Reich aller Grössen, reeller und imaginärer Grössen sich durch eine unendliche Ebene sinnlich machen, worin jeder Punkt, durch Abscisse = a, Ordinate = b bestimmt, die Grösse a + bi gleichsam repräsentirt. Der stetige Übergang von einem Werthe von x zu einem andern a + b i geschieht demnach durch eine Linie und ist mithin auf unendlich viele Arten möglich. Ich behaupte nun, dass das Integral ∫φx ⋅ dx nach zweien verschiednen Übergängen immer einerlei Werth erhalte, wenn innerhalb des zwischen beiden die Übergänge repräsentirenden Linien eingeschlossenen Flächenraumes nirgends φx = ∞ wird. Dies ist ein sehr schöner Lehrsatz, dessen eben nicht schweren Beweis ich bei einer schicklichen Gelegenheit geben werde. Er hängt mit schönen andern Wahrheiten, die Entwicklungen in Reihen betreffend, zusammen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1984

Authors and Affiliations

  1. 1.Mathematisches InstitutUniversität MünsterMünsterDeutschland

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