Zusammenfassung

Unter organischen Psychosyndromen versteht man eine Kombination verschiedener psychischer Symptomgruppen, die in Abhängigkeit von einer organischen Hirnschädigung direkter oder indirekter Art aufzutreten pflegen. Diese Definition enthält zwei wichtige Voraussetzungen. Zum einen ihre Abhängigkeit von organischen, d.h. körperlichen Ursachen, von solchen, deren Wirkung physikalisch, chemisch, elektrophysikalisch oder auch morphologisch nachweisbar ist, zum andern die stillschweigende Voraussetzung, daß die psychischen Symptome und Symptomgruppen in kausaler Abhängigkeit von dieser Organschädigung stehen. Es handelt sich um eine psycho-physische Verbindung, die auch hier, wie meist, nur durch die zeitliche Koinzidenz und durch die sich in der klinischen Erfahrung widerspiegelnden statistischen Korrelation beweisbar ist. Warum eine irgendwie geartete exogene, d.h. von außerhalb des Körpers, oder zumindest von außerhalb des Gehirns auf das Gehirn einwirkende Noxe gerade immer wieder die typische Symptomatik zur Folge hat, ist nicht bekannt. Der kausale Zusammenhang erscheint aber jedem klinischen Betrachter so evident, daß er nicht mehr in Zweifel gestellt werden kann und auch von jedem psychiatrischen Kliniker als Allgemeingut akzeptiert wird.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Bash, K. W.: Lehrbuch der allgemeinen Psychopathologie. Stuttgart: Thieme 1955.Google Scholar
  2. Bay, F.: Sprache und Denken. Dtsch. Med. Wschr. 87, 1845–1852 (1962).Google Scholar
  3. Berendes, J., Jussen, H., Klauer, K. J.: Das sinngestörte Kind. In: Hilfe für das behinderte Kind. Stuttgart: Paracelsus 1966.Google Scholar
  4. Bleuler, M.: Endokrinologische Psychiatrie. Stuttgart: Thieme 1954.Google Scholar
  5. Bleuler, M., Willi, J., Bühler, H. R.: Akute psychische Begleiterscheinungen körperlicher Krankheiten. Stuttgart: Thieme 1966.Google Scholar
  6. Corboz, R.: Die Psychiatrie der Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen. Acta Neurochirurgica/Supplementum V. Wien: Springer 1958.Google Scholar
  7. Driesen, W.: Atrio-ventrikulärer Shunt bei Hirntumoren, welche die Liquorpassage aus den Ventrikeln oder zu den Resorptionsstätten verlegen. Med. Welt, 18, (NF) 2814–2815 (1967).Google Scholar
  8. Gerlach, J., Jensen, H. P., Kloos, W., Kraus, H.: Pädiatrische Neurochirurgie. Stuttgart: Thieme 1967.Google Scholar
  9. Graichen, J.: Teilleistungsschwächen, dargestellt an Beispielen aus dem Bereich der Sprachbenutzung. Zschr. f. Kinder- und Jugendpsychiatrie 1, 113–143 (1973).Google Scholar
  10. Graichen, J.: Zentrale Hör- und Sprachstörungen im Rahmen des organischen Psychosyndroms. In: Rett, A.: Das organische Psychosyndrom im Kindesalter. Pädiatrie und Pädiologie, Suppl. 1, 82–93. Wien-New York: Springer 1972.Google Scholar
  11. Hemmer, R.: Früherkennung-Frühbehandlung: Die Kleinhirngeschwülste im Kindesalter (S. 677–681). Hippo- krates: Stuttgart 1967.Google Scholar
  12. Huber, E. G.: Formen der frühkindlichen Fettsucht und ihre Häufigkeit. Helv. pädiat. Acta. 17, 114–134 (1962).Google Scholar
  13. Johnson, D. J., Myklebust, H. R.: Lernschwächen, ihre Formen und ihre Behandlung. Stuttgart: Hippokrates 1971.Google Scholar
  14. Kienle, G.: Notfalltherapie neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen. Stuttgart: Thieme 1964.Google Scholar
  15. Lange-Cosack, H.: Die Prognose der Schädelhirntraumen im Kindes- und Jugendalter, Jahrbuch für Jugend-psychiatrie und ihre Grenzgebiete, Bd. V, S. 148–160. Bern-Stuttgart: Huber 1967.Google Scholar
  16. Laux, W.: Katamnesen von Kindern mit Hirntraumen, Jahrbuch für Kinderpsychiatrie und ihre Grenzgebiete, Bd.V, S. 161–170. Bern und Stuttgart: 1967.Google Scholar
  17. Leischner, A.: Hirnpathologische Syndrome im Kindesalter, Jahrb. f. Jugendpsychiatrie und ihre Grenzgebiete, Bd.V. S. 140–147. Bern: Huber 1967.Google Scholar
  18. Luchsinger, R.: Poltern. Berlin-Charlottenburg: C. Marhold 1963.Google Scholar
  19. Lempp, R.: Frühkindliche Hirnschädigung und Neurose. Bern und Stuttgart: Huber 2. Aufl. 1970Google Scholar
  20. Lempp, R.: Der kindliche Autismus — ein organisches Psychosyndrom. In: A. Rett: Das organische Psycho-syndrom im Kindesalter. Pädiatrie und Pädiologie. Suppl. 1, 64–71. Wien-New York: Springer 1972.Google Scholar
  21. Lempp, R.: Psychosen im Kindes- und Jugendalter — eine Realitätsbezugsstörung. Bern-Stuttgart-Wien: Huber 1973.Google Scholar
  22. Luria, A. R.: Die höheren kortikalen Funktionen des Menschen und ihre Störungen bei örtlichen Hirnschädigungen. Berlin: VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften 1970.Google Scholar
  23. Lutz, J.: Über akute Begleitpsychosen körperlicher Erkran-kungen und Schizophrenie im Kindesalter. Schweiz, med. Wschr. 80, 774–776 (1950).Google Scholar
  24. Kramer, J.: Linkshändigkeit. In: Montalta, E.: Arbeiten zur Psychologie, Pädagogik und Heilpädagogik. Soloturn: Antonius-Verlag 1970.Google Scholar
  25. Mackensen, G.: Die Psychomotorik blinder Kinder — Bücherei des Augenarztes. Beihefte der klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde, 26. Heft. Stuttgart: Enke 1956.Google Scholar
  26. Moeschlin, S.: Klinik und Therapie der Vergiftungen. Stuttgart: Thieme 1959.Google Scholar
  27. Müller-Küppers, M.: Das leicht hirngeschädigte Kind. Stuttgart: Hippokrates 1969.Google Scholar
  28. Paal, G.: Zur Bedeutung psychischer Befunde für die Früh-diagnose von Hirntumoren. Schweiz. Arch. Neurol. Neuro-diagnose von Hirntumoren. Schweiz. Arch. Neurol. Neurochir. Psychiat. 97, 133–143 (1966).Google Scholar
  29. Poeck, K.: Einführung in die klinische Neurologie. Berlin- Heidelberg-NewYork: Springer 1966.Google Scholar
  30. Prechtl, H. F. R.: Das leicht hiingeschädigte Kind. In: Rümke, C., P. E. Boeke und W. K. van Dijk. Van Kinderanalyse tot y-chromosoom, 282–305. Deventer: vis boek, van loghum slaterus, 1973.Google Scholar
  31. Prechtl, H.F.R., Beintema, D. J.: Die neurologischen Untersuchungen des reifen Neugeborenen. Stuttgart: Thieme 1968.Google Scholar
  32. Rett, A., Kohlmann, Th., Strauch, G.: Linkshänder, Analyse einer Minderheit. Wien-München: Jugend und Volk 1973.Google Scholar
  33. Schenk-Danzinger, L.: Handbuch der Legasthenie. Weinheim: Beltz 1968.Google Scholar
  34. Schönfelder, Th.: Katamnestische Erhebungen bei hörstummen Kindern. Jahrb. f. Jugendpsychiatrie und ihre Grenzgebiete, Bd. V, S. 92–97. Bern und Stuttgart: Huber 1967.Google Scholar
  35. Schönfelder, Th.: Über frühkindliche Antriebsstörungen. Acta pädopsychiatr. 31, 112–129 (1964).Google Scholar
  36. Specht, F.: Pons-Tumoren und Bewußtseinszustand. Arch, f. Psychiat. Nervenkr. 206, 323–344 (1964).CrossRefGoogle Scholar
  37. Stockert, F. D., v.: Einführung in die Psychopathologie des Kindesalters. 4. Auflage. München-Berlin-Wien: Urban u. Schwarzenberg 1967.Google Scholar
  38. Stoll, W. A.: Lysergsäure-Diäthylamid, ein Phantastikum aus der Mutterkorngruppe. Schweiz. Arch. Neurol. Psychiat. IX, 1–45 (1957).Google Scholar
  39. Stutte, H.: Pubertas praecox. In: Handbuch der medizinischen Sexualforschung. Herausg. von Giese. Stuttgart: Enke 1954.Google Scholar
  40. Todorow, S.: Über das Vorkommen von Psychoreaktiven Zustandsbildern in der Wiederherstellungsperiode nach schwerem Schädelhirntrauma bei Kindern. Fortschr. Neurol. 41, 606–621 (1973).Google Scholar
  41. Wallis, H.: Katamnestische Erhebungen bei Hermaphroditen. Jahrbuch f. Jugendpsychiatrie und ihre Grenzgebiete, Bd. V, S. 104–111. Bern u. Stuttgart: Huber 1967.Google Scholar
  42. Weber, D.: Der frühkindliche Autismus. Bern, Stuttgart, Wien: Huber 1970.Google Scholar
  43. Weinschenk, C.: Die erbliche Lese-Rechtschreib-Schwäche und ihre sozialpsychiatrischen Auswirkungen. Bern-Stuttgart: Huber 1965.Google Scholar
  44. Wender, P. H.: Minimal brain dysfunction in children. New York, London, Sidney, Toronto: Wiley 1971.Google Scholar
  45. Wieck, H. H.: Lehrbuch für Psychiatrie. Stuttgart: Schattauer 1967.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1974

Authors and Affiliations

  • R. Lempp

There are no affiliations available

Personalised recommendations