Deutung und Grenzen des Radiojodtests auf Grund quantitativer Untersuchungen der Jodidaufnahme der Schilddrüse

  • W. Fitting
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 66)

Zusammenfassung

Der Radiojodtest hat zweifellos eine sehr große diagnostische Bedeutung. Insbesondere wird mit dem Radiojodaufnahmetest das Aufnahmevermögen der Schilddrüse für anorganisches Serumjodid geprüft. Große Schwierigkeiten bereitet jedoch die Deutung dieses Tests. Im allgemeinen wird bei seiner Bewertung die Annahme gemacht, die Radiojodaufnahmerate sei proportional der absoluten Jodidaufnahmerate; mit anderen Worten: Es wird von der verhältnismäßig leicht von außen mit einem Zählrohr meßbaren Aufnahme des nahezu gewichtslosen radioaktiven Jodids auf die von der Schilddrüse in der gleichen Zeiteinheit aufgenommene Jodidmenge geschlossen, die demgegenüber nicht ohne weiteres bestimmbar ist. Ausschließlich diese absolute Menge an Jodid ist unter der Voraussetzung, daß sie vollständig zur Hormonsynthese verwendet wird, ein quantitatives Maß für den absoluten Jodumsatz der Schilddrüse. Erst hieraus kann ihre inkretorische Leistung, d. h. die absolute Hormonbildungsrate bzw. die Hormoninkretionsrate berechnet werden. Trotzdem wird aus dem Radiojodtest üblicherweise auf die Größe des absoluten Jodumsatzes der Schilddrüse geschlossen, was bei erhöhter Radiojodaufnahmerate beispielsweise in folgendermaßen formulierten Beurteilungen zum Ausdruck kommt: „Erhöhte oder beschleunigte Jodaufnahme“, „gesteigerte Jodspeicherung“, „vergrößerter oder beschleunigter Jodumsatz“. Inwieweit solche Rückschlüsse berechtigt sind, darüber soll nun berichtet werden; d. h. es soll zu dem grundsätzlichen Aussagegehalt des Radiojodaufnahmetests Stellung genommen und seine Grenzen an einigen Beispielen aufgezeigt werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1961

Authors and Affiliations

  • W. Fitting
    • 1
  1. 1.Medizinischen UniversitätsklinikBonn-VenusbergDeutschland

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