Versuche über große Barkhausen-Sprünge

  • K. Sixtus

Zusammenfassung

In ferromagnetischen Werkstoffen verläuft ein großer Teil der Induktionsänderung beim Durchlaufen der Hystereseschleife in der Form von Barkhausen-Sprüngen. Jeder dieser Induktionssprünge besteht in einer diskontinuierlichen Richtungsänderung des Induktionsvektors in kleinen Materialbereichen von etwa 10−8cm3 Größe, den Weissschen Bezirken. Durch eine elastische Verspannung der Probe können die Sprünge vergrößert werden, wie Forrer 1 und besonders Preisach 2 gezeigt haben. In Material mit positiver Magnetostriktion kann man durch Anlegen einer genügend hohen Zugspannung sogar erreichen, daß die gesamte Ummagnetisierung in der Zugrichtung, also die ganze Induktionsänderung zwischen positiver und negativer Sättigung in einem einzigen Sprung vor sich geht. Die Ursache für diesen Wechsel im Ablauf der Induktionsänderung bei der Magnetisierung, der Ausschluß der reversiblen zugunsten der irreversiblen Vorgänge und die Vereinigung der letzteren in einen einzigen Sprung ist die folgende: Bei Abwesenheit einer äußeren Spannung bestimmen die Richtkraft der Kristallenergie und die unregelmäßigen inneren Spannungen die Vorzugsrichtung im Einzelbezirk. Eine von außen angelegte und genügend hohe Spannung zwingt jedoch alle Magnetisierungsvektoren entgegen den eben erwähnten Einflüssen in eine gewisse Vorzugsrichtung. Bei Stoffen mit positiver Magnetostriktion unter Zugspannung ist dies die Zugrichtung, die damit zur Vorzugsrichtung der Magnetisierung wird. Ist ein Draht in positiver Richtung gesättigt, so behält der Magnetisierungsvektor seine axiale Lage bei Schwächung des Feldes bei, die Remanenz ist gleich der Sättigung, und erst bei Erreichen einer gewissen Feldstärke in negativer Richtung wird der Magnetisierungszustand labil und das Umklappen in die entgegengesetzte Richtung tritt auf. Die Hystereseschleife ist also in diesem Falle ein Rechteck. Die Feldstärke, bei der das Umklappen eintritt, würde man gewöhnlich Koerzitivkraft nennen. Da sie aber hier eine besondere Bedeutung hat, wurde sie als Startfeldstärke H 8 bezeichnet.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1938

Authors and Affiliations

  • K. Sixtus
    • 1
  1. 1.Berlin-ReinickendorfDeutschland

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