Zusammenfassung

Erkrankungen an Lungenkrebs werden nur in solchen Fällen entschädigt, in denen der Betreffende längere Zeit in einem Betriebe der Chromaterzeugung tätig war. Die ersten Beobachtungen wurden durch deutsche Fabrikärzte gemacht (Jonas, Bauke, Alwens, Pfeil). Sie stellten nämlich fest, daß bei Arbeitern von alten, zum Teil schon seit Jahren stillgelegten Chromatherstellungsbetrieben gehäuft primäre Lungencarcinomherde auftraten. Bis 1938 sind in Deutschland insgesamt 39 derartige Fälle bekanntgeworden. Daß Chromate, unter denen man die chromsauren Salze z. B. des Natriums, Bleis usw. sowie die Alkalichromate Natrium- und Kaliummono- und -bichromat und Chromalaun versteht, zu Gesundheitsschädigungen wie Hautgeschwüren, Nasenseptumperforationen und Bronchitiden führen können, war schon länger bekannt. Vor allem bei der Herstellung von Bichromat wurden tumoröse Lungenveränderungen beobachtet. Um welches Zwischenprodukt als cancerogene Noxe es sich handelt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Jedenfalls ist sicher, daß weder das Ausgangsprodukt, nämlich unlösliches dreiwertiges Chrom in Form des Chromeisensteins, für die Neubildung verantwortlich zu machen ist, noch daß bei der Verwendung der Alkalichromate, z. B. in der Lederindustrie, eine Gefährdung vorhanden ist.

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Copyright information

© Springer-Verlag ohg. in Berlin 1941

Authors and Affiliations

  • Harald Taeger
    • 1
    • 2
  1. 1.Universität MünchenDeutschland
  2. 2.II. Med. Univ.-KlinikDeutschland

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