Die Entfaltung des geschichtsphilosophischen Gedankens in der christlichen Philosophie

  • Georg Mehlis

Zusammenfassung

Die Zeit nach Aristoteles bedeutet für die Geschichte der Philosophic, wie überhaupt für die ganze Kultur und Menschheitsgeschichte, eine Zeit des Unterganges, der vollkommenen Zersetzung und des Zerfalls. Es ist der Untergang der griechischen Welt, der sich damals vollzog, und der dann später durch den Untergang der römischen Welt abgelöst wurde. Die Zeit von 300 vor Christus bis 500 nach Christus ist die tragische Epoche der Menschheitsgeschichte, weil in ihr so viel Großes und Herrliches grausam zerstört wurde, und sie ist doch auch gleichzeitig wieder eine eminent positive und synthetische Zeit, weil in ihr eine ganz neue Welt sich aufbaute. Es war das eine Zeit, da man wohl meinen konnte, daß die Menschheit am Ende ihrer Leistungsmöglichkeit angelangt sei, und daß nunmehr eine vollkomniene Katastrophe über sie hereinbrechen würde. Man hatte den Glauben an die theoretische Vernunft vollkommen eingebüßt, ja man war auch nicht mehr imstandc, die großen griechischen Metaphysiker zu begreifen. Alle Überzeugung und alle theoretische Gesinnung war verloren geangen, eine miide und resignierte Skepsis hatte die Gemüter ergriffen, und wo, wie in der Stoa, noch ein gewisses theoretisches Pathos vorhanden war, da erwies sich doch der Verstand als vollkommen hilflos, mit den theoretischen Problem en fertig zuwerden. Niemals ist so viel iiber Logik geschrieben worden, und niemals die Logik so wenig gefördert wie gerade in jener Zeit.

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© Julius Springer in Berlin 1915

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  • Georg Mehlis

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