Advertisement

Zusammenfassung

… Es ist mir lieb, daß Ihr sie [Rüstows Erinnerungen von 18602)] erhaltet — und zwar, ehe Ihr nach Caprera geht. Sie werden Dich wie die Gräfin über manche Verhältnisse orientieren, über welche wir allerdings gesprochen haben, die aber aus dem Spiegel dieser klaren und einfachen Erzählung noch lebhafter hervortreten müssen. Wie Dir Bertani1) gefallen wird, darüber mag ich nichts sagen im voraus. Bellazzi2) wird Dir sicher, wenn nicht das erste, so doch das zweite Mal als bornierter dummer Junge erscheinen. Wie gern wollte ich noch Empfehlungen nach Genua für Euch senden. Vielleicht ist mancher liebe Freund von mir dort; aber ich weiß es nicht. Ich hoffe immerhin, daß Ihr den oder jenen durch einen glücklichen Zufall vorfindet…

References

  1. 1).
    Am 17, März des Jahres hatte Rüstow einen Organisationsentwurf für eine freiwillige Truppe, die in gewissen Fällen als Initiativtruppe des deutschen Volkes auftreten könne, dem Präsidenten des Nationalvereins übersandt. Vgl. hierzu Hermann Oncken, Rudolf von Bennigsen, Bd. L S. 534. Bin Bericht Schweigerts. an Rüstow, der wohl aus der zweiten Hälfte des Dezembers 1861 stammt und sich in Lassalles Nachlaß fand, gibt ausführlichere Nachricht über diese Bestrebungen. Schweigert schreibt dort unter anderem, Streit lasse im Namen des National-Vereins Rüstow um die Ausarbeitung eines Promemoria bitten, das man der Aus-schußsitzung, die sich mit der Militärfrage beschäftigen werde, unterbreiten könne. Schweigert befürwortet diese Anregung mit der Begründung, sie werde im Gegensatz zu den Heeresanforderungen der preußischen Regierung der Wehrbewegung Vorschub leisten: „Und wenn auch wir damit nicht sobald die Aussicht haben, Schlachten zu schlagen, so könnten Wehrvereine einmal die Möglichkeit einer Reserve oder Depots geben, die einem Kampf von außen gegen Deutschland wesentlichen Vorschub leisten.“Google Scholar
  2. 2).
    Die Erinnerungen aus dem Peldzuge von 1860 erschienen 1861 in Leipzig in zwei Bänden. Rüstow hatte an Garibaldis Zuge als Generalstabschef teilgenommen. Jetzt vermittelte er Lassalle und der Gräfin die Bekanntschaft einiger führender Persönlichkeiten des italienischen Risorgimento — namentlich Garibaldis, den sie vom 14. bis 18. November auf Caprera besuchten. Dieser schenkte der Gräfin seine Photographie mit einer freundlichen Widmung.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1923

Authors and Affiliations

  • Gustav Mayer

There are no affiliations available

Personalised recommendations