Zusammenfassung

Der erste Band dieser Briefpublikation aus dem Nachlaß Lassalles, der 1921 erschien, führte bis an die Schwelle der Revolution von 1848; der zweite Band schließt sich unmittelbar an den ersten an; er beginnt also mit jener Revolution selbst. Den Ausbruch und die ersten hoffnungsreichen Monate des Aufstiegs hatte Lassalle in Untersuchungshaft verlebt. Erst am 11. August sprachen ihn in Köln die Geschworenen von der Beteiligung am Kassettendiebstahl frei, und nun erst bot sich ihm die heiß herbeigesehnte Möglichkeit, an den Ereignissen aktiven Anteil zu nehmen. Bereits am 29. August finden wir ihn als Redner in der Volksversammlung in Köln, die gegen die Verhaftung Freiligraths Einspruch erhob. Zwei Tage später forderte auch in Düsseldorf eine stark besuchte Volksversammlung die Freilassung des Bürgers der Stadt, des Dichters der Revolution, und beschloß, dem Generalprokurator Nicolovius eine Adresse zu überreichen. Abgedruckt wurde diese in der „Düsseldorfer Zeitung“ vom 2. September; ihr Konzept, das sich in Lassalles Nachlaß fand, zeigt, daß er sie verfaßt hat. Lassalle hatte sich erst im Januar 1848 in Düsseldorf niedergelassen; vorher hatte der Generalbevollmächtigte der Gräfin Hatzfeldt abwechselnd in Aachen, Koblenz, Köln und Deutz seinen Wohnsitz gehabt. Trotzdem machte er sich gleich nach seiner Freilassung in der Bürgerwehr wie in dem Volksklub der rheinischen Kunststadt geräuschvoll bemerkbar (vgl. Nr. 1–5). Nr. 4 zeigt ihn bereits als den anerkannten Führer der Düsseldorfer Arbeiterschaft, deren regste Geister von da an bis an sein Lebensende ebenso treu zu ihm standen, wie er zu ihnen.

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References

  1. 1).
    Ferdinand Lassalle, Nachgelassene Briefe und Schriften. Erster Band Briefe von und an Lassalle bis 1848. Stuttgart-Berlin 1921, S. 31.Google Scholar
  2. 1).
    Vgl. auch Eduard Bernsteins Erzählung in Ferdinand Lassalles Reden und Schriften, Berlin 1898, Bd. I, S. 195 ff.Google Scholar
  3. 1).
    Vgl. hierzu: Ferdinand Lassalle, Nachgelassene Briefe und Schriften. Bd. III. Der Briefwechsel zwischen Lassalle und Marx, Berlin und Stuttgart 1922. Ein-führung S. 2 ff.Google Scholar
  4. 2).
    Engels an Victor Adler 9. Januar 1895 in Victor Adlers Aufsätze, Reden und Briefe. Erstes Heft: Victor Adler und Friedrich Engels, Wien 1922. Engels irrt übrigens, wenn er dort Tellering erst Ende 1849 in Köln eintreffen läßt.Google Scholar
  5. 1).
    Bin Exemplar der gedruckten Schrift war dem Herausgeber nicht zugänglich, wohl aber ein tjeisadhtlicher Teil des Manuskripts, das bei Lassalle liegen blieb.Google Scholar
  6. 2).
    Vgl. Lassalle an Marx, 24. Oktober 1849, a. a. O.S. 17.Google Scholar
  7. 3).
    Vgl. Franz Mehring in: Aus dem literarischen Nachlaß von Karl Marx, Friedrich Engels und Ferdinand Lassalle, Bd. IV, Stuttgart 1902, S. 16 f.Google Scholar
  8. 4).
    Engels an Viktor Adler a. a. O. S. 117.Google Scholar
  9. 1).
    Ob diese Broschüre wirklich im Druck erschienen ist, ließ sich bis jetzt1 nicht feststellen.Google Scholar
  10. 1).
    Bei Franz Mehring, Der Bund der Kommunisten, „Neue Zeit“ 29, 2. (1911), findet man den Brief Rösers an Marx vom 18. Juni 1851, der im Auftrag des Zentralkomitees Lassalles Aufnahme in den Kommunistenbund, die Marx angeregt hatte, ablehnt, weil Lassalle „noch immer aristokratische Grundsätze hegt und für das allgemeine Wohl der Arbeiter nicht so begeistert ist, wie er sein sollte“. Vgl. auch Bermbachs Brief an Marx bei Mehring, Aus dem literarischen Nachlass von Marx, Engels, Lassalle Bd. IV S. 45.Google Scholar
  11. 1).
    Ferdinand Lassalle, Nachgelassene Briefe und Schriften, Bd. III, S. 32.Google Scholar
  12. 2).
    Röser an Lassalle 22. Januar 1859.Google Scholar
  13. 1).
    Vgl. Georg Schumacher in der „Bergischen Arbeiterstämme“ vom 23. Mai 1913. Das endgültige Urteil über Rösers politischen Charakter steht noch aus. Vgl. dazu unten Nr. 91, S. 188, Anmerkung.Google Scholar
  14. 1).
    S. Bd. I, S. 36 ff.Google Scholar
  15. 2).
    A. a. O. S. 100.Google Scholar
  16. 3).
    Gustav Mayer, Lassalles erster Schritt in die Öffentlichkeit, Unterhaltungsbeilage der Breslauer Zeitung 11. April 1921.Google Scholar
  17. 4).
    A. a.O. S. 43Google Scholar
  18. 1).
    Im Sommer 1855 berichtete die Gräfin von Marienbad aus an Lassalle, der sich in Paris befand, daß Stockum wegen betrügerischen Bankerotts und“ wegen Fälschung zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt und daß von Faldern: nach Frankreich entflohen sein soll.Google Scholar
  19. 1).
    In der „Deutschen Rundschau“ Jahrgang 29 (Juni 1903).Google Scholar
  20. 1).
    Vgl. Oncken, Lassalle. 3. Auflage S. 115. Mayer, Lassalle-Nachlass. IIGoogle Scholar
  21. 1).
    Der Gedanke. Bd. II, 1860. S. dort Michelets Brief vom 22. November 1857 und Lassalles Antwort vom folgenden Tage.Google Scholar
  22. 1).
    Mit dieser Charakteristik stimmt es überein, wenn ein Mann, der sie gut kannte, Lina Duneker als eine „Natur“ im Sinne Goethes bezeichnete. Dies tat Friedrich Spielhagen in seiner Gedächtnisrede an ihrem Sarge, die Linas Tochter Frau Marie Magnus dem Herausgeber überreichte, als der oben stehende Text schon gesetzt war. („Zur Erinnerung an Lina Duneker geb. Tendering.“ Privatdruck.)Google Scholar
  23. 2).
    Gottfried Keller an Lina Duncker, November 1855, in Gottfried Kellers Leben. Seine Briefe und Tagebücher. Von Jacob Baechtold, Bd. 2, S. 301. Vgl. auch Emil Ermatinger, Gottfried Kellers Leben, S. 240 ff.Google Scholar
  24. 1).
    Bd. III dieser Publikation.Google Scholar
  25. 1).
    Am ausführlichsten handelt bis jetzt über Rüstow, namentlich auf Grund eines un veröffentlichten Tagebuches, der zum fanatischen französischen Chauvinisten gewordene Sohn Georg Herweghs, Marcel Herwegh, in der „Nouvelle Revue“ vom 15. Dezember 1906 und 15. Januar, 1. und 15, Februar 1907.Google Scholar

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1923

Authors and Affiliations

  • Gustav Mayer

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