Petrarca über die Alchemie

  • Edmund O. von Lippmann

Zusammenfassung

Petrarcas „schöne, gedanken- und wahrheitsreiche Prosaschriften“, — so nennt sie Schopenhauer3), dessen Lob nur dem wahrhaft Guten zuteil wird und daher schwer in die Wagschale fällt —, werden leider heutzutage wohl noch weniger geschätzt und gelesen als zu Schopenhauers Zeiten; daher dürfte es den meisten Naturforschern und insbesondere auch den meisten Chemikern unbekannt sein, daß die um 1366, also in den letzten Lebensjahren des Petrarca (1304–1374) verfaßte Abhandlung „De remediis utriusque fortunae“ einen Dialog „De alchimia“ (über die Alchemie) enthält4), der für die Geschichte dieses Irrglaubens von hohem Interesse ist; sein Motto bildet das Distichon:
  • „Alchemistischer Trug, der vielen ein Gipfel der Kunst scheint, Haß nur erweckt er dem Mann, der die Betörten verlockt“, und diesem Satze gemäß richtet der Verfasser eine so unverhohlene Absage an die Vertreter solcher „Kunst“ und spricht sich über diese selbst mit derartiger Verachtung und Erbitterung aus, daß sein Urteil, wenn man sich die weitverbreitete Denkweise des ganzen Zeitalters gegenwärtig hält, gar nicht genug wundernehmen kann.

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Literature

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Copyright information

© Berlin · Verlag von Julius Springer 1923

Authors and Affiliations

  • Edmund O. von Lippmann
    • 1
    • 2
  1. 1.Technischen HochschuleDresdenDeutschland
  2. 2.Zuckerraffinerie HalleHalle A. S.Deutschland

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