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Schlußbetrachtung

  • Erich Kaufmann

Zusammenfassung

Kein Staat bedarf so sehr der Stark zusammenfassenden Einheit wie unser Reich. Hicht nur weil keiner seiner geographischen und politischen Lage nach so sehr auf Einheit und Kraft nach außen angewiesen ist. Sondern auch nach innen: unsere bunte und wechselvolle Geschichte und wohl auch unsere geistige und politische Veranlagung, die überall zu größeren und kleineren genossenschaftlichen und herrschaftlichen Sonderverbänden treibt, haben uns mit einer reichen, fast überreichen Sülle von geistigen und politischen Lebenszentren bedacht, die unsere Größe und unsere Schwäche ausmachen. Dieser Reichtum bedarf als Ergänzung der starken staatlich-herrschaftlichen Zusammenfassung, soll er uns nicht zum dauernden Unsegen werden. Die gewaltige Leistung Bismarcks besteht darin, uns diese Einheit gebracht zu haben: einerseits durch die radikale Lösung von 1866, in der er uns von dem lähmenden und schiedlich-friedlich nicht lösbaren Dualismus Groß-Deutschlands befreite, troú der Schmerzen, die uns die Amputation eines bedeutsamen Gliedes und die Verengerung der territorialen Grundlage unseres Staates bereitete, und in der er durch große Annektionen in Horddeutschland dem preußischen Staat auch die Dimensionen und die breite Zusammenseúung gab, deren er zur führenden, Macht und Einheit verbürgenden, wahrhaft Kräfte zusammenfassenden Rolle bedurfte, — anderseits durch die versöhnende Lösung des „Söderalismus“, mit deren Geist er die Reichsverfassung erfüllte, und sodann durch die Vertragsbeziehungen, die er zu dem vom Reiche selbst ausgeschlossenen öSterreichisch-ungarischen Staatswesen fest und fester knüpfte.

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© Verlag von Julius Springer 1917

Authors and Affiliations

  • Erich Kaufmann
    • 1
  1. 1.Universität BerlinDeutschland

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