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Zusammenfassung

Seitdem De1brück d. Ä., der Hallenser Strafanstaltsarzt, im Jahre 1854 begonnen hatte, die Aufmerksamkeit der deutschen Irrenärzte auf die in der Gefangenschaft auftretenden Geistesstörungen zu lenken, hat die Literatur der Gefängnispsychosen in der Wiedergabe des Beobachtungsmaterials und in dessen Verarbeitung die Wandlungen der psychiatrischen Diagnostik und der systematischen Gliederung der Krankheitsformen wiedergespiegelt. Stand auch die Existenz einer Gefängnispsychose sui generis für Jahrzehnte unverrückbar im Mittelpunkte der Erörterung, bald bejaht, bald verneint, bald bedingungsweise zustimmend beantwortet, so zog doch jede neue Erfahrungsreihe Kreise um diese Kernfrage, die sich mit denjenigen kreuzten und berührten, welche die jeweiligen Hauptprobleme der Psychiatrie umschlossen. Je nach der Stellung, die der einzelne Beobachter dem Stande der Psychiatrie und ihrer derzeitigen Entwickelungsphase gegenüber einnahm, verstattete er bald der psychologischen und forensisch-sozialen, bald der symptomatologisch-systematischen Seite eine grössere Wirkung auf den von ihm selbst eingenommenen Standpunkt. Daneben war der Einfluß der jeweils aktuellen praktischen Probleme auf dem Gebiete des Gefängniswesens und Strafvoll zuges, sowie die herrschende Gruppierung der Verbrechen und schließlich theoretische Erwägungen über Strafzweck und Strafwirkung nicht nur erkennbar, sondern oft geradezu bestimmend.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1912

Authors and Affiliations

  • August Homburger
    • 1
  1. 1.HeidelbergDeutschland

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