Feuer

  • Richard Geigel

Zusammenfassung

In Bohrlöchern und Schächten steigt die Temperatur um einen Grad, wenn man um etwa 33 Meter tiefer kommt. Man heißt die Entfernung von der Erdoberfläche, die für je um einen Grad höhere Erdtemperatur nötig ist, die geothermische Tiefenstufe. Sie ist freilich nicht überall genau die gleiche, an manchen Orten, z. B. in Wiesbaden, in Homburg, bedeutend geringer. Hier würde man bei weiterem Vordringen viel früher auf die Tiefe stoßen, in der der Berechnung zufolge eine Hitze herrschen muß, bei der alle Gesteine schmelzen müßten. Nimmt man als Durchschnitt die geothermische Tiefenstufe = 30 Meter an, so kann man also ungefähr aus der beobachteten Temperatur einer warmen Quelle berechnen, in welcher Tiefe im Innern sie ihren Ursprung hat, „wo die Quelle aufsetzt“. Auch wenn man seitlich in das Erdinnere, in einen Berg vordringt, bemerkt man eine Zunahme der Temperatur, die bekanntlich beim Bohren sehr langer Tunnels, z. B. durch den Simplon, ein schwer zu überwindendes Hindernis für die Arbeit abgab. Auch lokale Ursachen für Erhöhung der Erdtemperatur gibt es. Solche finden sich in Oxydationsprozessen, langsamer Verbrennung von kohle- und schwefelhaltigen Mineralien. Solche Beispiele trifft man an in der Nähe von Kohlen- und Torflagern, auch ohne daß wirkliche Brände stattfinden, wie beim „brennenden Berg“ von Duttweiler, bei zufälligen Bränden von Kohlenlagern u. dgl. Wahrscheinlich verdanken auch manche warme und heiße Quellen („Thermen“) einer langsamen Verbrennung des anstehendenesteins ihre hohe Temperatur.

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Copyright information

© Verlag Von J. F. Bergmann 1924

Authors and Affiliations

  • Richard Geigel
    • 1
  1. 1.A. D. Universität WürƶburgGermany

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