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Allgemeines — Landkrieg

  • Max Fleischmann

Zusammenfassung

Der strenge ßechtshegriff der Neutralität ist dem alten Völkerrecht fremd; von der Willkür des Kriegführenden hing es ab, ob er die Mächte, die nicht für ihn waren, als seine Feinde ansehen wollte oder nicht. Auch das Wort „Neutralität“ findet sich (nach W. Krauel) nicht vor 1620. Verschiedene Vereinbarungen einzelner Mächte (Pyrenäenvertrag 1659, Utrechter Frieden 1713), sowie insbesondere auch die Bemühungen Preußens, hatten keinen bleibenden Erfolg. Erst durch die bewaffnete Neutralität (oben S. 23) wurde von den neutralen Mächten unter der Führung Rußlands die Rechtsstellung der am Kriege nicht beteiligten Staaten für den Seekrieg zur Anerkennung gebracht. Einen neuen und wesentlichen Fortschritt in der Anerkennung der den Neutralen zustehenden Rechte brachte der Pariser Frieden von 1856. Auf der zweiten Friedenskonferenz 1907 wurden die Rechte und Pflichten der Neutralen in zwei Konventionen genauer bestimmt, von denen die eine (die 5.) den Landkrieg, die andere (die 13.) den Seekrieg behandelt; die erste hält, was sich im Sprachgebrauche leicht vermengt, neutrale Mächte und neutrale Personen auseinander. Von besonderer Bedeutung waren die Verhandlungen der Londoner Konferenz 1909. Hier gelang es, den wichtigen Gegenstand der Konterbande (Bannware) und verschiedene damit zusammenhängende Fragen durch gegenseitiges Ent-gegenkommen in befriedigender Weise, wenn auch nicht abschließend, zu regeln). Da aber die Erklärung nicht ratifiziert und die freiwillige Bindung an sie durch die Kriegführenden im Laufe des Weltkrieges wieder zurückgenommen wurde (oben §62 Anfang), so waren dieNeutralen mehr denn je von der Auffassung der Kriegführenden abhängig, die naturgemäß mehr die Pflichten, als die Rechte der Neutralen in den Vordergrund stellten.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1925

Authors and Affiliations

  • Max Fleischmann
    • 1
  1. 1.Universität HalleDeutschland

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