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Ausübung des Jagdrechts auf umfriedeten Tausgärten in Bayern

  • Bernhard Danckelmann

Zusammenfassung

Der Augeklagte hatte mittelst Schlingenstellens die Jagd auf Rehe auf einer an seine Behausung austoßenden ihm gehörigen, zum Theil aus Weide, zum audern Theile aus mit Korn bestelltem Ackerland bestehenden, mit einem die Einschließung oder die Abwehr des Weideoiehs bezweckenden Feldzaune eingefriedeten Fläche ausgeübt. Das Recht zur Ausübung der Jagd leitete der Angeklagte für sich ladiglich aus der obigen Bestimmung ab. Er wurde in erster Jnstanz wegen Jagdvergehens aus § 292. 293. Str.-G.-B. bestraft und die dagegen eingelegte Revision ist vom Reichsgericht verworfen. Das Reichsgericht nimmt zwar entgegen dem ersten Richter unter Bezugnahme auf die Materialien des Gesetzes an, daß jede Art einer erkennbaren Umfriedung oder Abschließung genüge, also auch der hier vorhandene Feldzaun*), halt dagegen die Fläche, auf der die Jagd ausgeübt ist, nicht für einen Hausgarten, weil dieselbe nach ihrer Größe und nach der Art ihrer Benutzung als Kornacker und Weidegrund nicht häuslichen, sondern lediglich landwirthschaftlichen Zwecken diene.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1888

Authors and Affiliations

  • Bernhard Danckelmann
    • 1
  1. 1.Forstakademie zu EberswaldeDeutschland

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