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Die Zahnextraktion und Ihre Nachbehandlung

  • Martin H. Fischer

Zusammenfassung

Was die Infektion eines Zahnes oder seiner Umgebung als mögliche Quelle einer Allgemeinerkrankung bedeutet, ist seit den Veröffentlichungen von Billings und Rosenow immer klarer geworden. Im Jahre 1910 diskutierte man nur den eigentlichen Zahnabszeß. 1915 fügten wir hinzu1: pulpalose, devitalisierte, tote Zähne, Stiftzähne, wurzelamputierte, bekronte und metallgefüllte Zähne, jede Pyorrhoe, namentlich wenn sie „ausgekratzt“war, endlich die nur ödematösen, geröteten und schmerzhaften „Gingivitiden“, soweit sie nicht durch schlechte Ernährung, Syphilis, Tuberkulose oder das Spirillum Vincenti bedingt waren. Gleichzeitig sagten wir, daß jeder kariöse Zahn, zumal wenn er gefüllt sei, selbst wenn er anscheinend nicht tot sei, mit Mißtrauen betrachtet werden sollte. In dieser Beziehung wären positive Befunde ein besserer Wegweiser zu dem, was getan werden müßte, als „negative“Röntgenbefunde und negative bakteriologische Untersuchungen. Diese Ansicht wurde dadurch befestigt, daß man in „trivialen“Munderkrankungen die allein mögliche Erklärung für pathologische Allgemeinstörungen fand; bewiesen wurde es durch das spätere Ergehen des Patienten, das bei richtiger Behandlung sich besserte, bei falscher (etwa weiteren Auskratzungen) sich verschlimmerte.

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Literatur

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    Ähnliche Gewebeveränderungen finden wir in anderen Körperteilen. Der gleiche Erreger, der hier rindenähnliche Narbenbildung hervorruft, verursacht Ähnliches in den periartikularen Manifestationen des chronischen,,Rheumatismus“. Rosenow schrieb vor 30 Jahren über Arthritis deformans: „Haufen von lebenden Bakterien fanden wir in dicken Schichten alten fibrösen Gewebes in Gelenkkapseln ohne Anzeichen frischer entzündlicher Reaktion.“Auch die als „degenerative“Blutgefäßerkrankung bezeichnete Sklerose gehört hierher.Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Berlin Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • Martin H. Fischer
    • 1
  1. 1.Universität CincinnatiUSA

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