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Plazentacentese

  • K. T. M. Schneider
  • C. v. Kaisenberg
  • W. Holzgreve

Zusammenfassung

Dieser Begriff wird in der Literatur unterschiedlich gehandhabt. Die wohl häufigere Bedeutung ist die transabdominale ultraschallgesteuerte Punktion von plazentarem Gewebe im II. und III. Trimenon zum Zwecke einer fetalen Gewebediagnostik, z.B. einer Karyotypisierung oder bei erfolgloser Vordiagnostik (synonym der Plazentabiopsie). Sie ist sozusagen die verspätete Form der transabdominalen Chorionzottenbiopsie (“late CVS”) und kann in der Regel nur transabdominal erfolgen. Inzwischen sind ca. 2000 solcher Plazentapunktionen im zweiten und dritten Trimenon international dokumentiert (364). Die Methode ist aber in jedem Stadium der Schwangerschaft anwendbar. Als Alternative zur fetalen Blutentnahme ist sie das rascheste Verfahren zur pränatalen Diagnostik im fortgeschrittenen Schwangerschaftsalter. Ein weiterer Vorteil besteht in dem geringeren Kontaminationsgrad mit mütterlichen Zellen im zweiten und dritten Trimenon. Vermutlich ist dies auf das größere Plazentavolumen und die leichtere Vermeidbarkeit der Dezidua zurückzuführen (253). Holzgreve verwendet hier eine einfache Spinalnadel von 20 Gauge (363). Diese Methode erfreut sich neuerdings zunehmender Beliebtheit, da sie von den Patientinnen gut toleriert wird, der “gynäkologische Stuhl” nicht bestiegen werden muß und es sich um die z.Zt. rascheste Form der Karyotypisierung handelt.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • K. T. M. Schneider
    • 1
  • C. v. Kaisenberg
    • 2
  • W. Holzgreve
    • 3
  1. 1.Frauenklinik und Poliklinik, Klinikum rechts der IsarTechnische Universität MünchenMünchenDeutschland
  2. 2.Frauenklinik und PoliklinikUniversitätskrankenhaus EppendorfHamburgDeutschland
  3. 3.Zentrum für FrauenheilkundeWestf. Wilhelms-UniversitätMünsterDeutschland

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