Zusammenfassung

Die Eugenik ist die Lehre von allen Einflüssen, welche geeignet sein könnten, die Erbeigenschaften einer menschlichen Gemeinschaft zu verbessern oder sie sogar zu höchster Vollkommenheit zu entwickeln. Ihr Ziel ist die Herbeiführung möglichst vieler Einflüsse, welche die nützlichsten Klassen eines Gemeinwesens veranlassen können, einen größeren Anteil zu der Erschaffung der nächsten Generation beizutragen als die übrigen Klassen (Galton). Die Eugenik dient also der Erhaltung und sinnvollen Fortentwicklung menschlicher Gemeinschaften. Die Erhaltung des Menschen selbst erfolgt durch die Vererbung. Daher bildet die menschliche Erblichkeitslehre die erste Grundlage der Eugenik. Die Fortentwicklung der menschlichen Gemeinschaften kann nur im Anschluß an das geschichtliche Werden dieser Gemeinschaften und in Würdigung der Gesetze, welche dieses Werden bestimmt haben, erfolgen. Hierzu gibt die biologische Bevölkerungslehre als zweite Grundlage der Eugenik die Unterlagen, indem sie sich mit den biologischen Erklärungen und Zusammenhängen der Entwicklung und des Wachstums von Volk und Kultur befaßt (Mombert).

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1932

Authors and Affiliations

  • K. Saller
    • 1
  1. 1.Universität GöttingenDeutschland

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