Zentren und Bahnen des Nervus cochlearis und des Nervus vestibuli

  • G. Anton
Part of the Handbuch der Hals- Nasen- Ohrenheilkunde book series (2661, volume 6-8 / 6)

Zusammenfassung

Der Nervus VIII, sive acusticus, besteht aus zwei Sinnesnerven, Welche nahen aber verschiedenen Ursprunges sind und Welche nicht gleichzeitig ihre volle Markumhüllung erhalten, es ist dies der eigentliche Hörnerv oder Nervus cochleae und der Nervus vestibuli. Der vereinigte Nerv tritt aus dem Hirnstamm hinten unterhalb der Brücke, im sogenannten Recessus pontocerebellaris heraus. (Abb. 1.) Nach Bechterew -Flechsig ist von diesen zwei Wurzeln die laterale hintere Wurzel entwicklungsgeschichtlich die jüngere, dagegen die mediale und vordere Wurzel, also der Ramus vestibularis, die früher mit Markhülle umgebene Partie. Beide Äste nehmen in medialer Rinne den Nervus facialis zwischen sich auf und ziehen mit diesem gemeinschaftlich in den Meatus acusticus internus; dortselbst trennt sich der Facialis unter Abgabe des Nervus petrosus superficialis maior. Die beiden genannten Nervenwurzeln aber bilden hier je ein Ganglion, das Ganglion vestibuläre und das Ganglion in der Schnecke (Ganglion spirale). Dieses stellt das Ursprungsganglion des Nervus acusticus dar (Ganglion aeusticum). Der Nervus vestibuli löst sich auf in den Nervus utricularis, Nervus ampullaris superior, lateralis und inferior. Der Nervus cochleae entsendet vor Eintritt in die Schnecke noch den Nervus saccularis. Das im Grunde des inneren Gehörganges gelegene Ganglion vestibulare (Searpae) entstammt den Fasern des Nervus vestibuli, Nervus ampullaris inferior und Nervus saccularis.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1926

Authors and Affiliations

  • G. Anton
    • 1
  1. 1.Halle a. S.Deutschland

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