Pathologische Anatomie der Tuberkulose

  • Hellmuth Ulrici

Zusammenfassung

Zum Verständnis der pathologisch-anatomischen Grundformen der Lungentuberkulose und ihres klinischen Ablaufes ist die Kenntnis der vom Bacillus überhaupt ausgelösten Reizantworten des Gewebes erforderlich. Dringen Tuberkelbacillen in das Gewebe mit dem Erfolg einer Reaktion ein, so sind aus dem Komplex der aufgerufenen Reizantworten drei Vorgänge grundsätzlich herauszulösen. Einmal eine Gewebsschädigung (Alteration, Nekrose), sodann die Ausschwitzung zelliger und flüssiger Blutbestandteile (Exsudation), endlich die Wucherung ortsständiger oder durch Exsudation eingewanderter Elemente (Proliferation, Produktion). Fraglos werden bei der Tuberkulose die reinen Formen dieser Gewebsreaktionen tatsächlich beobachtet. Wir kennen so gut wie reine Nekrosen des Lungengewebes auf Grund alleiniger Wirksamkeit von Tuberkelbacillen; es gibt rein exsudative, ja zuweilen phlegmonöse oder auch absceßartige Lungentuberkulosen. Endlich sind produktive Formen bekannt, für die zu keiner Zeit ein exsudatives und alteratives Vorstadium oder ein solcher Einschlag nachweisbar bzw. wahrscheinlich zu machen ist. Ich erinnere an den typischen Epithelioidzellentuberkel, gewisse Formen der Lymphknotentuberkulose, des Lupus, der eine nicht verkäsende Riesenzellentuberkulose der Haut darstellt u. a. m.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. Berlin 1944

Authors and Affiliations

  • Hellmuth Ulrici
    • 1
  1. 1.Sommerfeld (Osthavelland)Deutschland

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