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Feuerraum und Verbrennungsvorgang

  • Hans Thoma

Zusammenfassung

Die im vorhergehenden Kapitel eingehend geschilderten Betriebsschwierigkeiten, welche die durch allzu hohe Wandtemperaturen verursache Schlackenkuchenbildung veranlaßt, legen es nahe die gemauerten Feuerraumwände zu kühlen, d. h. sie nicht so übermäßig stark in der Mauerung auszuführen, wie es oft üblich ist. Es ist zwar nicht zu hoffen, daß es so gelingen wird, die Temperatur der Innenfläche der Mauerung erheblich niedriger als die Feuerraumtemperatur zu halten ; dazu ist der Wärmeübergang durch Strahlung und Berührung von dem unmittelbar davor brennenden Feuer ein zu guter. Aber es genügt ja schon, wenn nur das Temperaturgefälle in der Wand erhöht wird, d. h., wenn der Temperatursprung von der Feuerraumtemperatur bis zur Temperatur der Außenfläche in einer dünneren Wand zurückgelegt wird. Es ist eine solche Maßnahme im Hinblick auf die Erneuerungskosten des Mauerwerkes durchaus wirtschaftlich. Bei der 65 cm starken Mauerung eines Steilrohrkessels wurde beispielsweise nach etwa 10 000 Stunden ein 20 cm tiefer Abbrand beobachtet, welcher die Erneuerung der Mauerung notwendig machte. Nach den bekannten Wärmeleitungskoeffizienten1) berechnet betrug der stündliche Verlust auf jeden Quadratmeter der Wandung etwa 700 WE, oder bei 10 000 Stünden insgesamt 7 Mill. WE, was einem Friedenswert von etwa 15 M. entspricht. Die Erneuerung des Mauerwerkes erforderte pro Quadratmeter der Mauerung etwa 50 M., so daß insgesamt eine Auslage von 65 M. entstand. Es wurde nun versuchsweise die Mauerung nur 38 cm stark hergestellt, worauf ihre Haltbarkeit ganz erheblich größer war ; nach 10 000 Stunden betrug der Abbrand etwa 8 cm. Man konnte daher mit der doppelten Lebensdauer der Mauerung rechnen, die überdies etwas billiger war, und etwa 35 M. pro Quadratmeter erforderte. Allerdings war der Wärmeverlust größer, etwa im Betrage von 25 M. pro 10 000 Stunden, so daß eine Ausgabe von insgesamt 25 M. + 35/2 = 42,50 M. pro 10 000 Stunden in Rechnung zu setzen war.

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References

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1921

Authors and Affiliations

  • Hans Thoma
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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