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Diffuse Lebervergrößerungen auf nicht entzündlicher Grundlage (Stauung, Ablagerungen und Speicherungen)

  • F. Rosenthal
Part of the Fachbücher für Ärzte book series (FACHAERZT OBA, volume 16)

Zusammenfassung

Seit den Untersuchungen Barcrofts über die Funktion der Milz als Blutdepot wissen wir, daß die zirkulierende Blutmenge einen variablen Faktor im Kreislauf darstellt, und daß von der gesamten Blutmenge sich nur ein Teil in rascher Strömung befindet. Ein anderer Teil ist teils stagnierend, teils in verlangsamter Strömung als Depot- oder Reserveblut in bestimmten Capillardepots, so in der Milz, in den Capillaren des Splanchnicusgebietes, in den subpapillären Plexus der Haut, und so auch in der Leber. Die Vorstellung Barcrofts über die Depotwirkung der Milz gründet sich auf seine Kohlenoxydversuche: Läßt man Ratten CO einatmen, so tritt sehr rasch eine Sättigung des arteriellen Blutes auf. Tötet man bei ausgeprägter Vergiftung die Versuchstiere, so zeigt sich trotz des starken CO-Gehaltes des Blutes das Milzblut fast frei von Kohlenoxyd. Hieraus ergibt sich der Schluß, daß in der Milz ein Teil des Blutes gewissermaßen außerhalb des Kreislaufes in einem Depot gestapelt sei, in das CO nicht eindringen kann. Dieser Befund besteht nur bei vollkommener Ruhe; sobald die Tiere arbeiten, weist auch das Milzblut einen reichlichen CO-Gehalt auf. Hiernach stellt die Milz ein Blutdepot dar, daß in der Ruhe aus dem allgemeinen Kreislauf ausgeschaltet ist, aber bei der Arbeit sich öffnet, um entsprechend dem gesteigerten Sauerstoffbedarf der Gewebe die gespeicherten Erythrocyten in den Kreislauf auszuwerfen. Überträgt man diese Methode auf die Leber, so ergibt sich aus weiteren Versuchen von Barcroft, daß zwar die Leber als Blutdepot eine sehr bedeutungsvolle Rolle spielt, daß aber im Gegensatz zum Milzblut auch in der Ruhe eine CO-Vergiftung des Leberblutes eintritt. Das beweist, daß die in der Leber gespeicherten Blutmengen nicht aus dem arteriellen Kreislauf ausgeschaltet sind, und daß der Speicherung von Blut in der Leber ein anderer Mechanismus zugrunde liegen muß.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1934

Authors and Affiliations

  • F. Rosenthal
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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