Der Kampf ums Dasein bei niederen Organismen

  • Hans Pringsheim

Zusammenfassung

Aus den speziellen Anpassungen höherer Organismen lassen sich manche Rückschlüsse auf die besonderen Begünstigungen ziehen, welche sie durch diese im Kampf ums Dasein erfahren. Ebenso kann man auch bei Mikroorganismen aus der Ausbildung spezifischer und nützlicher Funktionen auf ihre dadurch zustande kommende Kampfesmöglichkeit schließen. Bei höheren Organismen belehren uns die geologischen Funde weiterhin über die Artentwicklung; sie geben uns manche Aufschlüsse über die Zwischenstufen, welche den Übergang von den Ahnen zu den jetzt lebenden Organismen vermittelten. Naturgemäß können die Anhaltspunkte, welche wir aus den paläontologischen Funden gewinnen, nur morphologischer Natur sein. Von ihnen ausgehend können wir dann weiter auf die physiologischen Leistungen schlußfolgern. Unsere sehr spärlichen Kenntnisse der vorgeschichtlichen Mikroorganismenflora (vgl. die Literatur 1 — 5) beweisen aber höchstens ihr Vorkommen in früheren geologischen Perioden, weiter können sie uns in unseren Betrachtungen schwerlich führen. Denn die Entwicklung der Form, die anatomische Evolution, kann aus den in einigen Schnitten nachgewiesenen Mikroorganismen mit unseren heutigen Hilfsmitteln nicht verfolgt werden; zu einfach ist ihre Gestalt, besonders wo es sich ausschließlich um als Bakterien angesprochene Komplexe handelt, als daß wir in ihr bemerkenswerte Veränderungen auffinden könnten. Und ebensowenig haben bisher die hartschaligen Überreste der Radiolarien, Foraminiferen, Diatomeen usw. zur Aufstellung eines paläontologischen Stammbaumes dieser Arten geführt.

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© Verlag von Julius Springer 1910

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  • Hans Pringsheim

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