Hämophilie

  • O. Naegeli

Zusammenfassung

Die Hämophilie ist wohl die am klarsten zu belegende Erbkrankheit des Menschen, und es ist nie möglich gewesen, für sie exogene Faktoren auch nur als einigermaßen wahrscheinlich hinzustellen. Aber wir wissen auch heute noch nicht mit genügender Sicherheit, worin die Eigenart der Hämophilie gelegen ist. Daß, wie Sahli gemeint hat, die Anomalie der Blutgerinnung der entscheidende Faktor wäre, kann nicht zugegeben werden; denn wir kennen zahlreiche, ganz andere Affektionen (Thrombopathien, Cholämien), in denen die Blutgerinnung gleichfalls außerordentlich ungenügend ausfällt, die aber nicht die geringste Verwandtschaft mit Hämophilie zeigen. Die verminderte Blutgerinnung ist nur ein Symptom, das nicht das Wesen der Hämophilie trifft, und es gibt (soauch in eigenen Beobachtungen) schwerste Fälle von Hämophilie, bei denen in zahlreichen Untersuchungen über viele Jahre hinaus die Gerinnungdes Blutes fast normal ausgefallen ist. Der ganze Gerinnungs-vorgang bei der Hämophilie ist freilich abnorm, insofern als ein schlecht haftendes, brüchiges, bröckliges, unelastisches Gerinnsel entsteht, so daß das anfänglich durch einen Thrombus verschlossene Gefäß später dieses Gerinnsel wiederum heraustreten läßt, und es dadurch zu neuer, zur hämophilen Nachblutung kommt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1934

Authors and Affiliations

  • O. Naegeli
    • 1
  1. 1.Universitätsklinik ZürichSchweiz

Personalised recommendations