Dreiphasenstrom und seine Verkettung

  • K. Hoerner

Zusammenfassung

Weitaus gebräuchlicher als der Zweiphasenstrom ist der Dreiphasenstrom. Wir erhalten ihn, wenn wir drei Drähte oder Spulen, 1, 2 und 3 in Abb. 101, unter je 120° el., also um je 2/3 Polteilung gegeneinander versetzt auf dem Anker anbringen. Es entstehen dann bei Drehung des Ankers im Magnetfeld drei Spannungen, die um einen entsprechenden Betrag zeitlich gegeneinander verschoben sind. Wenn sich z. B. der Draht 1 unter der Mitte des Nordpols befindet, also die Spannung e1 den positiven Scheitelwert hat, so liegen die Drähte 2 und 3 im Bereich des Südpols und zwar Draht 2 bei 330°, Draht 3 bei 210°. Die Spannungen 2 und 3 sind dann negativ; ihr Augenblickswert ist gleich der Hälfte des Scheitelwertes, da sin 330 und sin 210 = — 0,5 ist. Dreht man den Anker weiter, so erreicht offenbar die Spannung im Draht 2 den positiven Scheitelwert und irgendwelchen andern Augenblickswert um 120° später als die Spannung von Draht 1, ebenso die Spannung von Draht 3 um 120° später als die von Draht 2. Die drei Spannungen laufen also mit denselben Werten stets um je 120°el. hintereinander her, im Kurven- bzw. Vektor-Diagramm (Abb. 102 bzw. 103) sind sie um einen Abstand von je120° gegeneinander verschoben zu zeichnen. Verbinden wir die drei Drähte oder drei ebenso zueinander versetzte Spulen, deren Weite nach früher Gesagtem am günstigsten gleich der Polteilung gemacht wird (Abb. 104), mit ihren beiden Enden mit je zwei Schleifringen — letztere sind der Deutlichkeit halber nicht gezeichnet —, so können dem Anker drei Ströme entnommen werden, die eine Phasenverschiebung von je 120° zueinander haben. Um die Darstellung zu vereinfachen, zeichnen wir die drei Spulen in radialer Lage und verbinden sie unmittelbar mit drei untereinander gleichen Verbrauchskörpern, z. B. Lampen (Abb. 105). Dann fließen in dem System drei Ströme, deren Größe und Phase durch Diagramme in gleicher Weise wie die Spannungen darzustellen sind. Zum Vergleich betrachte man die Kolbenstellungen einer Dreizylinderpumpe oder einer andern Kolbenmaschine, deren Kurbeln um je 120° versetzt sind.

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© Verlag von Julius Springer 1928

Authors and Affiliations

  • K. Hoerner
    • 1
  1. 1.Köln-LindenthalDeutschland

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