Einleitung

  • Herzberg
  • Taaks

Zusammenfassung

Der Gedanke, dem Rhein eine deutsche Mündung zu geben, ist alt. Seit dem Anfange des vorigen Jahrhunderts ist er zu verschiedenen Zeiten immer wieder erörtert, zum Teil mit Wärme befürwortet. Der Rhein, soweit er schiffbar ist, Hegt fast ganz auf deutschem Boden. Auch seine Nebenflüsse sind fast ganz deutsch. Erst kurz vor dem Ausflusse in das Meer biegt der Rhein aus dem deutschen Gebiete ab und gelangt unter niederländische Hoheit. Bei der Bedeutung, die dieser Strom für den Verkehr von alters her besessen hat, ist es verständlich, daß die Abhängigkeit eines wichtigen deutschen Verkehrsweges von fremden Interessen als nachteilig empfunden wurde, und daß der Wunsch nach Beseitigung dieser Abhängigkeit immer wieder auftauchte. Der Wiener Kongreß vom Jahre 1815 sprach zwar die Freiheit der Rheinschiffahrt bis zum Meere aus. Allein damit war der Übelstand nicht beseitigt, daß das gewaltige, vom Rhein beherrschte deutsche Verkehrsgebiet von dem Zugange zu den großen deutschen Häfenplätzen ausgeschlossen und bei der Verkehrsvermittlung zwischen Binnenschiffahrt und Seeverkehr auf ausländische Häfen angewiesen blieb, denen naturgemäß auch der aus dem Übergange erwachsende Gewinn zufloß. Dieser Zustand konnte auch durch die Gewährung von Ausnahmetarifen seitens der preußischen Eisenbahnverwaltung nur zum geringsten Teile geändert werden.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1912

Authors and Affiliations

  • Herzberg
  • Taaks

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