Die Wüste der Finsternis

  • Ernst Hentschel
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 6)

Zusammenfassung

Wenn sich uns früher der Eindruck einer wüstenhaften Lebensarmut der Hochsee aufdrängte, so wird das in noch viel höherem Grade der Fall sein, sobald wir die Tiefsee in bezug auf die Menge des Lebens in ihr untersuchen. Dort war immerhin die Zahl der Planktonwesen in jedem Liter Wasser eine sehr große, so gering auch die Menge der lebenden Substanz sein mochte. Hier ist auch das nicht mehr der Fall. Allerdings ist es ein erstaunliches Ergebnis der „Meteor“-Expedition in den Jahren 1925 bis 1927, daß man nicht leicht ein Liter Wasser selbst aus den größten Tiefen des Ozeans schöpfen kann, ohne einige lebende Zellen mit zu schöpfen. Der Eindruck, den die Besprechung der sehr vereinzelten größeren Tiere vielleicht hervorrufen mag, daß wenige einsame Aasfresser und Räuber die furchtbare Öde dieser finsteren Wassermassen durchirren, ist doch nicht der richtige. Vielmehr ist Leben sozusagen eine ganz allgemeine Eigenschaft auch des Tiefseewassers. Überall gibt es schwebendes Leben, zwerghafte Wesen, Zellen, welche sich dort erhalten, sich fortpflanzen. Aber allerdings, die Flamme des Lebens ist nahe am Verlöschen.

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© Julius Springer in Berlin 1929

Authors and Affiliations

  • Ernst Hentschel
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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