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Entstehung der Zelle

  • Theodor Hartig

Zusammenfassung

Der Wahrspruch „corpora non agunt nisi fluida“gilt auch für die Lebensthätigkeit der organischen Körperwelt. Der Zutritt wässriger Flüssigkeit ist die erste Bedingung organischen Lebens, mithin auch des Entstehens organischer Körper. Nun wissen wir, dass unser Erdkörper lange Zeit in einem Zustande sich befunden haben muss, in welchem hohe Hitzegrade das Wasser des Dunstkreises von seiner Oberfläche fern hielten, das Dasein organischer Wesen daher unmöglich war. Erst bei einem gewissen Abkühlungsgrade der Erdrinde konnten die Wasserdünste der Luft sich verdichten und in flüssiger Form auf die Erdoberfläche sich niederschlagen; erst von da ab konnten lebende Wesen den Erdkörper bevölkern, und zwar ursprünglich nur solche des Pflanzenreichs; da nur Pflanzen von anorganischen Stoffen und auch heute nur von diesen sich zu ernähren vermögen (A. 3), während die Thiere nur von organischem Stoff sich ernähren können. Diese erste, dem Thierleben vorausgegangene Pflanzenwelt bestand wahrscheinlich nur aus Zellenpflanzen des Wassers, deren kurze Lebensdauer und rasche Zersetzung die Ursache gewesen sein mag, dass, im Verhältniss zum Pflanzenreichthum der Kohlenperiode, so geringe Ueberreste in den ältesten Anthracitlagern der Grauwacke-Thonschiefer sich erhalten haben. Dass demohnerachtet der Reichthum und die Ueppigkeit des Pflanzenwuchses schon dieser ersten Periode sehr gross gewesen sein müssen, darf man folgern aus dem Reichthum des Thierlebens, den uns schon der Bergkalk aufbewahrt hat, dem ein entsprechender Reichthum an Pflanzen-Producten vorhergegangen sein muss, vorausgesetzt, dass auch diese niederen Thierarten nur von organischem Stoff sich zu nähren vermögen.

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© Verlag von Julius Springer 1878

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  • Theodor Hartig

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