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Reizstärke und Reizerfolg

  • W. v. Buddenbrock
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 19)

Zusammenfassung

Es ist eine einfache Erfahrung des täglichen Lebens, daß die Stärke unserer Empfindungen mit der Stärke des äußeren Reizes wächst. Aber es hat der Wissenschaft außerordentliche Mühe gekostet, dahinterzukommen, worauf diese Abhängigkeit letzten Endes beruht. Lange Zeit glaubte man, die Sinneszelle etwa mit der Patrone eines Schießgewehrs vergleichen zu können. Eine Patrone kann man auch „reizen“, indem man an ihrer empfindlichen Stelle, dort, wo das Zündhütchen sitzt, herumklopft. Hierbei gibt es nun ein ganz einfaches Gesetz. Entweder ich klopfe zu schwach, dann passiert gar nichts, oder ich klopfe stark genug, dann explodiert die Patrone. Es bleibt aber ohne jeden Einfluß, wenn ich noch stärker klopfe als unbedingt erforderlich ist. Ob ich den Schlagbolzen des Gewehrs gerade leicht eintreibe, oder mit beiden Armen und aller Mannesgewalt drauflos schlage, die Kugel wird in beiden Fällen gleich weit fliegen. Die Patrone kann entweder ganz oder gar nicht explodieren, ein Mehr oder Weniger gibt es für sie nicht; es gilt für sie das Alles-oder-nichts-Gesetz. Dies Gesetz besteht nun auch bei gewissen Elementen unseres Körpers zu Recht, z. B. beim Herzmuskel oder der einzelnen Muskelfaser unseres übrigen Körpers, und so hielt man sich einige Zeit für berechtigt, es auch für die Sinneszelle in Anspruch zu nehmen.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1932

Authors and Affiliations

  • W. v. Buddenbrock
    • 1
  1. 1.Universität KielDeutschland

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