Die Absetzung von Gliedmaßen (Amputation und Exartikulation)

  • Martin Kirschner
  • Alfred Schubert

Zusammenfassung

Die Absetzung eines Gliedabschnittes ist das letzte, in ihrer Verstümmelung furchtbarste Mittel der Behandlung erkrankter Glieder: Die ultima ratio unseres Handelns, eine verlorene Schlacht! Sie ist ein Weg, den der moderne Chirurg nur mit äußerstem Widerstreben geht. Trotz aller Fortschritte der Chirurgie muß er sich zu ihm aber noch oft genug entschließen. Wenn Rettung des Lebens und Rettung des Gliedes miteinander in Wettbewerb treten, so ist es besser, in klarer Erkenntnis der Lage rasch die lebensrettende Tat zu vollbringen, als in entschlußloser Zurückhaltung den noch Heilung versprechenden Zeitpunkt zu verpassen. „Es ist keinTriumph, ein Glied zu erhalten und dabei ein Menschenleben zu verlieren“. „Denn es ist dir besser, daß eines deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde!“ Den Entschluß zur Absetzung erleichtert oft die Feststellung, daß der selbstnach günstigem Krankheitsverlaufe eintretende Zustand des Gliedes die Gefahren, Schmerzen und den Zeitverlust der konservativen Behandlung nicht lohnt oder sogar schlechter als der gliedlose Zustand mit einer guten Prothese ist. Der Weltkrieg hat oft genug gezeigt, daß häufig für die Lebensrettung zu spät abgesetzt wird, und daß vielfach mit einem unendlichen Aufwande von Schmerzen und Gefahr Glieder erhalten werden, die nach der Wundheilung unbrauchbar sind, ja die als lästige Anhängsel ständig Beschwerden verursachen und das Anbringen eines guten künstlichen Gliedes unmöglich machen.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1927

Authors and Affiliations

  • Martin Kirschner
    • 1
  • Alfred Schubert
    • 1
  1. 1.Chirurgischen KlinikUniversität Königsberg I. Pr.Germany

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