Zusammenfassung

Die Tinten sind flüssige Farben, welche auf die Papierfaser appliziert werden und bestehen die schwarzen Tinten fast ausnahmslos aus Lösungen von Gerbsäure und Eisensalzen. Die Tinten früherer Zeiten zeichneten sich, bezüglich ihrer Haltbarkeit, die fast unbegrenzt zu nennen war, vorteilhaft vor den jetzigen Tinten aus. Dieselben waren meist reine Gallustinten und wurden aus den gerbsäure-haltigen Galläpfeln durch Ausziehen mittelst Wassers und Zusatz einer Lösung von Eisenvitriol hergestellt. Sie hatten den Vorzug des leichten Fliessens und der immer tiefer werdenden schwarzen Färbung; als Nachteil trat die anfangs blasse Farbe der Tinte hervor, doch hat man jetzt durch Zusatz passender Eisensalze diese Nachteile gehoben und wird diese so verbesserte Gallustinte als Normal- oder Dokumenten-Tinte auch heute noch von Behörden für wichtige Schriftstücke empfohlen und verwendet. Gallustinte wird durch Eisen rasch zersetzt und ist daher für Stahlfedern schlecht verwendbar, sehr gut aber für Gänsefedern. Die gebräuchlichste billige Tintenart ist wohl die Blauholztinte, die durch Abkochung von Blauholzextrakt oder von geraspeltem Blauholz und Zusatz von Eisenvitriol und von chromsaurem Kalium erzeugt wird.

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© Verlag von Julius Springer Berlin 1907

Authors and Affiliations

  • Franz Hoffschildt

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