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Einige weitere Schritte der objektiven Analyse der komplizierten Nervenerscheinungen und ihr Vergleich mit der subjektiven Auffassung dieser Erscheinungen

(Nach Versuchen von Dr. N. P. Nikolajew)
  • J. P. Pawlow

Zusammenfassung

Mein heutiger Vortrag betrifft das Gebiet der sog. bedingten Reflexe, das Gebiet der objektiven Forschung über die Tätigkeit des Zentralnervensystems. Ich erlaube mir auf die Grundlinien dieser Lehre zurückzugreifen. Vom Standpunkt der objektiven Forschung betrachten wir die gesamte Nerventätigkeit des Tieres, ohne irgendeinen Rest als eine Reflextätigkeit, d. h. als eine Reaktion, welche das Tier auf die Aussenwelt mit Hilfe seines Nervensystems zustande bringt. Dabei unterscheiden wir zweierlei Reflexe, den einfachen, schon lang bekannten Reflex, dem wir die Benennung „unbedingter Reflex“geben, — das ist solch eine Reaktion, bei welcher bestimmte Erscheinungen der Aussenwelt mit gewissen Reaktionen des Organismus durch eine stets bestehende Verbindung im Zentralnervensystem verknüpft sind. So z. B. wenn ein mechanisch reizender Körper ins Auge eines Tieres kommt, so folgt sofort darauf jedesmal unbedingt eine Schutzbewegung des Auges, jedesmal wenn ein Fremdkörper in den Hals eines Tieres gelangt und ihn mechanisch reizt, so folgt durchaus eine Hustenbewegung. Von diesen alten Reflexen unterscheiden wir eine neue Gruppe von Reflexen, wo die Verknüpfung der äusseren Erscheinung mit der Antwortreaktion des Organismus einen nur zweitweise bestehenden, temporären Charakter hat. Diese Verknüpfung entsteht unter ganz bestimmten Bedingungen, dauert nur unter ganz bestimmten Bedingungen fort und verschwindet ebenfalls in Abhängigkeit von uns bekannten Bedingungen.

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Copyright information

© J. F. Bergmann, München 1926

Authors and Affiliations

  • J. P. Pawlow

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