Liebesspiele und Begattung

  • Martin Hering
Part of the Biologische Studienbücher book series (BIOLSTUD OBA, volume 3)

Zusammenfassung

Alle Lebensäußerungen in der Natur lassen sich auf zwei Grundtriebe zurückführen, nämlich auf den Trieb zur Erhaltung des Individuums und auf den zur Erhaltung der Art. Bei fast allen Tieren und so auch bei unseren Schmetterlingen, läßt sich beobachten, daß der Trieb zur Erhaltung der Art beträchtlich stärker ist als der zur Erhaltung des individuellen Lebens. Auf letzterem beruhen die im vorigen Kapitel besprochenen Lebenstätigkeiten; jetzt sollen uns alle die Äußerungen beschäftigen, die die Tendenz zur Erhaltung der Art haben. Es sind das die Erscheinungen, die wir als Geschlechtsleben zusammenfassen. Wir finden sie beim Männchen meist in viel reicherer Fülle als beim Weibchen; letzteres ist größtenteils rein passiv beteiUgt; seine einzige Aktivität besteht in der Eiablage, und die ist zum Teil wohl auch rein mechanisch bedingt. So erklärt es sich auch, daß alle Ausgestaltungen des Körpers, die im Zusammenhang mit dem Geschlechtsleben stehen, wie Flügelfärbung, Duftschuppen und sonstige Merkmale, fast ausschließlich sich beim Männchen finden, während sie dem Weibchen fehlen. Man kann mit ziemlicher Sicherheit bei einem neuentdeckten Organ, das nur beim Männchen vorkommt, behaupten, daß es im Zusammenhange mit dem Geschlechtsleben steht.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Juluis Springer in Berlin 1926

Authors and Affiliations

  • Martin Hering
    • 1
  1. 1.Ƶoologischen MuseumUniversität BerlinDeutschland

Personalised recommendations