Allgemeine Operationen

  • G. Lunge
  • Ernst Berl

Zusammenfassung

Schon hier begegnen wir einer Schwierigkeit, die für den rein wissenschaftlichen Analytiker so gut wie gar nicht besteht, und deren Vorhandensein von ihm häufig nicht genügend gewürdigt wird; vielleicht noch häufiger aber ist der nicht wissenschaftlich gebildete Techniker damit gar nicht bekannt, und entstehen dann schwere Irrtümer und große Verluste. Dies bezieht sich natürlich auf die Herstellung einer die Beschaffenheit des zu untersuchenden Materiales wirklich repräsentierenden Durchschnittsprobe. Es kommt z. B. vor, daß ein Unternehmer dem Professor an irgendeiner Lehranstalt ein Stück Mergel aus einem Steinbruch bringt und wissen will, ob sich dieser Mergel zum Brennen auf Zement eignen wird, daß dann wirklich von diesem Stück eine genaue Analyse gemacht und daraus ein Schluß auf die Brauchbarkeit des ganzen Steinbruchmateriales zur Zementfabrikation gezogen wird ! Bei einem alten griechischen Schriftsteller wird gespottet über einen Mann, der sein Haus verkaufen wollte und zur Information für etwaige Käufer einen Ziegel als Probe auf den Markt brachte; dies ist zwar drastischer, aber kaum verkehrter als die oben (aus der Erfahrung) angeführte und in recht vielen ähnlichen Fällen auftretende Verkehrtheit.

Literatur

  1. 1).
    Über Einrichtung von Laboratorien vgl. man u. a. Stock in Stähler, „Handbuch der Arbeitsmethoden in der anorganischen Chemie“ Bd. I.Google Scholar
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  10. 1).
    So wollen wir die vom Krane gehobenen Förderkübel, Rollwagen oder sonstigen Gefäße nennen, in denen das Material aus dem Schiffsraum oder sonstwie zur Wage oder auf den Lagerplatz transportiert wird.Google Scholar
  11. 1).
    Beherzigenswerte Bemerkungen über die nicht-chemische Seite der Einrichtung von analytischen Fabriklaboratorien machen EL Benedikt in Zeitschr. f. angew. Chem. 15, 78; 1902 und Samter im „Laboratoriumsbuch für die Einrichtung von Laboratorien“.Google Scholar
  12. 1).
    „usw.“ bedeutet die Summe aller kleineren Gewichtsstücke.Google Scholar
  13. 1).
    Über Neuerungen im Präzisionswagenbau für die chemische Industric berichtet Arndt (Zeitschr. f. chem. App.-Kunde 1, 14, 38; 1906).Google Scholar
  14. 1).
    Solche mit übergreifender Kappe nach Guttmann (Chem.-Ztg. 30, 25; 1904) sind recht praktisch.Google Scholar
  15. 1).
    Es ist unnötig, das Seitenrohr der Pipette und der Ausgangsspitze der Bürette, statt, wie hier gezeigt, mit deren Schlauchstücke direkt zu verbinden, wenn man, wie oben vorgeschrieben, 1–2 Minuten wartet.Google Scholar
  16. 1).
    Lunge hat diese Form in amerikanischen Laboratorien gesehen und C. Desaga in Heidelberg veranlaßt, sie anzufertigen.Google Scholar
  17. 1).
    Die Ausführungen von S. 94 bis 96 sind in dankenswertester Weise von Herrn Greheimrat Prof. Dr. A. Hantzsch, Leipzig, verfaßt und zur Verfügung gestellt worden.Google Scholar
  18. 1).
    Es ist durchaus unbegründet, wenn man, wie dies z. B. von Glaser a. a. O. geschieht, das Natriumsalz als „Methylorange“, die freie Säure als „Helianthin“ bezeichnet. Der letztere Name, der dem schon früher bekannten Poirriersehen Orange Nr. 3 als Handelsprodukt für die Färberei von einer Farbenfabrik gegeben wurde, bezog sich gerade immer auf das Natriumsalz. Lunge selbst hat den Indicator anfangs immer in Form der freien Säure angewendet, erst später zuweilen auch als Natriumsalz, und hat den Namen „Methylorange“ immer für beide angewendet, da sie sich als Indicatoren absolut gleich verhalten, es müßte denn das Salz durch etwas Natriumcarbonat verunreinigt sein, was aber bei der minimalen Menge des Indicators, die man anwenden muß, kaum je merklich sein wird.Google Scholar
  19. 1).
    Nach Glaser a. a. O. S. 51 leidet die Empfindlichkeit des Methylorange durch Titrieren in der Hitze an sich nicht, sondern nur in Gegenwart von Neutral-salzen. Da aber solche ja beim Titrieren immer entstehen, so bleibt das im Texte Gesagte bestehen.Google Scholar
  20. 1).
    Für Silicat und Sulfid ist dies von Lunge und Lohöfer scharf erwiesen worden (Zeitschr. f. angew. Chem. 14, 1125; 1901).Google Scholar
  21. 1).
    Privatmitteilung.Google Scholar
  22. 1).
    Oder einfach durcb einen lose eingesetzten Glasstopfen.Google Scholar
  23. 1).
    Einige der nachstehenden Zitate sind der Abhandlung von Vanino und Seitter in Zeitschr. f. analyt. Chemie 41, 141; 1902 entnommen, die eine reichliche, aber keineswegs vollständige Aufzählung der Literatur über Maßflüssigkeiten und Urtitersubstanzen enthält. Siehe auch North und Blakey (Journ. Soc. Chem. Ind. 24, 396; 1905).Google Scholar
  24. 1).
    Zusammenstellung der Literatur bei Vanino und Seitter (Zeitsehr. f. analyt. Chemie 41, 156; 1902).Google Scholar
  25. 1).
    Gegenüber allen Indicatoren.Google Scholar
  26. 2).
    Vgl. S. 102 u. 109.Google Scholar
  27. 1).
    Vgl. zur Erklärung dieser Tatsache Jul. Wagner, Maßanalytische Studien, S. 77, sowie Gooch und Peters, Zeitschr. f. anorg. Chemie 21,185; 1899, Manchot, Ann. 325, 105; 1902, Skrabal, Zeitschr. f. anal. Chemie 42, 359; 1903.Google Scholar
  28. 1).
    Vgl. auch Reinhardt (Mitteil. an Meineke, Zeitschr. f. öffentl. Chemie 4, Heft 13; 1898).Google Scholar
  29. 1).
    So enthält nach Skrabal (Zeitschr. f. anal. Chemie 43, 97; 1904) das Mohr-sche Salz Zink, nach Cantoni und Basadonna (Chem. Zentralbl. 1904, II, 1554) Sulfate von Kalium, Magnesium, Ammonium.Google Scholar
  30. 1).
    Ganz unabhängige Beobachter haben damit ganz ausgezeichnete Resultate erhalten, wie H v. Jüptner, Österr. Zeitschr. f. Berg- u. Hüttenwesen 44, 371; Vanio, Zeitschr. f. angew. Chemie 3, 80; 1890.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer, Berlin 1921

Authors and Affiliations

  • G. Lunge
  • Ernst Berl
    • 1
  1. 1.Technischen Hochschule zu DarmstadtDeutschland

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