Geheimmittel und ähnliche Mittel

  • C. Griebel
Part of the Handbuch der Lebensmittelchemie book series (LEBENSMITTEL, volume 9)

Zusammenfassung

Der folgende Abschnitt bezieht sich in erster Linie auf Stoffe und Zubereitungen, die lediglich oder überwiegend als Heilmittel Verwendung finden und mithin nach § 1 des Lebensmittelgesetzes den Bestimmungen dieses Gesetzes nicht unterliegen. Wenn die Geheimmittel im Handbuch der Lebensmittelchemie gleichwohl Berücksichtigung finden, geschieht dies aus mehreren Gründen. Eine Anzahl von Untersuchungsämtern muß sich nämlich erfahrungsgemäß laufend mit der Untersuchung solcher Mittel befassen, so daß schon aus praktischen Erwägungen die Behandlung des Stoffes geboten erschien. Außerdem gibt es aber auf diesem Gebiet auch eine Reihe von Überschneidungen mit den unter das Lebensmittelgesetz fallenden Gegenständen. Ganz abgesehen davon, daß in einzelnen Fällen nicht sicher entschieden werden kann, ob ein Mittel überwiegend als Lebensmittel oder als Heilmittel Verwendung findet (wie z. B. bei Cola und seinen Zubereitungen), sind in neuerer Zeit auch Erzeugnisse aufgetaucht, die als „Heilnahrung“ zwischen den Lebensmitteln und Heilmitteln stehen, z. B. Brote und andere Backwaren mit antidiabetischen Zusätzen, mit Jod, sog. Nährsalzen u. dgl., Erzeugnisse der Zuckerwarenindustrie mit arzneilichen Zusätzen verschiedenster Art, u. a. m. Soweit solche Erzeugnisse zugleich regelmäßig der Ernährung dienen sollen, wie z. B. Brote und jodiertes Kochsalz; dürften keine Bedenken bestehen, sie rechtlich als Lebensmittel zu behandeln. Zu den Lebensmitteln im Sinne von § 1 des Gesetzes gehören weiter auch die diätetischen Mittel, die in zahlreichen Fällen Stoffe arzneilichen Charakters enthalten. Schließlich sei noch auf diejenigen Zubereitungen mit Heilmittelcharakter hingewiesen, die als „kosmetische Mittel“ frisiert werden, um sie dem Apothekenzwang zu entziehen. In solchen Fällen muß regelmäßig die Frage geprüft werden, ob es sich überhaupt um ein kosmetisches Mittel handelt, was nur durch die Ermittelung der Zusammensetzung auf analytischem Wege möglich ist. Der Lebensmittelchemiker kommt daher häufig in die Lage, sich mit dem Nachweis arzneilich wirkender Stoffe befassen zu müssen, selbst wenn er mit der eigentlichen Geheimmitteluntersuchung nur wenig zu tun haben sollte.

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Buchliteratur

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. in Berlin 1942

Authors and Affiliations

  • C. Griebel
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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