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Handelsbücher

  • Karl Heinsheimer
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 34)

Zusammenfassung

Die kaufmännische Buchführung, diese seit alters ausgebildete Technik zur Sicherung des Überblicks über die einzelnen Geschäfte und die Gesamtlage des Unternehmens, wird durch das HGB. zur Rechtspflicht gemacht: der Vollkaufmann muß Geschäftsbücher führen, die Handelskorrespondenz aufbewahren, Inventar und Bilanz aufstellen, §§ 38, 39, 44, 4. Diese Verpflichtungen bestehen unabhängig davon, ob der Kaufmann einem Dritten, z. B. einem stillen Gesellschafter, privatrechtlich zur Buchführung verpflichtet ist; denn sie gehören zur öffentlich-rechtlichen Ordnung des Handelsstands. Freilich entbehren sie, der Natur der Sache nach, einer unmittelbaren Sanktion: weder wird ihre Erfüllung staatlich überwacht, noch ist ihre Nichterfüllung an sich strafbar. Nur wenn der Kaufmann seine Zahlungen einstellt oder in Konkurs kommt, wird er, falls er keine ordnungsmäßigen Handelsbücher geführt hat, wegen Bankrotts bestraft, KonkO. § 240 (s. a. § 239); daß der Zusammenbruch durch die mangelnde Übersichtlichkeit des Geschäfts verursacht wurde, ist nicht Voraussetzung der Strafbarkeit. Die Buchführungspflicht darf indessen auch rein juristisch nicht nur von dieser mehr sekundären Strafbestimmung aus gewertet werden. Die Handelsbücher haben im Prozeß eine große Bedeutung als Beweismittel und namentlich, wenn ordnungsmäßig geführt, einen hohen Beweiswert zugunsten des Kaufmanns selbst; ihre Vorlegung kann vom Prozeßgericht jederzeit angeordnet werden, §§ 45–47. Steuerrechtlich s. RAbgabenO. §§ 162, 208.

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© Verlag von Julius Springer · Berlin 1924

Authors and Affiliations

  • Karl Heinsheimer
    • 1
  1. 1.Universität HeidelbergDeutschland

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